Nachfolger ist gefunden

Dr. Christoph Schilp übernimmt ehemalige Zahnarztpraxis Salzmann in Herleshausen

Vor der ehemaligen Zahnarztpraxis Salzmann in Herleshausen: das neue Praxisteam mit (von links) Zahnärztin Susanne Volz, Dr. Christoph Schilp und Miriam Oliveros Ruiz. Foto: Spanel

Herleshausen. In die ehemalige Zahnarztpraxis Salzmann an der Bahnhofstraße 13 in Herleshausen kommt wieder Leben: Mit Dr. Christoph Schilp aus Sontra ist ein Nachfolger gefunden.

Die Arbeiten in und an den Räumlichkeiten laufen derzeit auf Hochtouren – nach dem aktuellen Planungsstand soll bereits zum 1. April des kommenden Jahres eröffnet werden. Und auch die Fragen der Finanzierung und des Personals scheinen geklärt.

Die Ausgangslage

„Aus allen Wolken gefallen“ sei er im Sommer, sagt Herleshausens Bürgermeister Burkhard Scheld. Nach über 30 Jahren schloss Zahnarzt Dr. Jörg Salzmann seine Praxis aus gesundheitlichen Gründen kurzfristig (wir berichteten). „Von der Ankündigung bis zur endgültigen Schließung am 1. Juli blieben nur wenige Wochen“, erinnert sich Burkhard Scheld. Mit Unterstützung des neu gegründeten Gesundheitsforums (siehe Hintergrund) sei aber schnell ein Lösungsweg ausgearbeitet worden.

Die Lösung

Erste Gespräche mit Dr. Christoph Schilp aus Sontra seien zügig aufgenommen worden, sagt der Bürgermeister. Tatsächlich zeigte der Zahnarzt nicht nur Interesse daran, einen weiteren Standort zu eröffnen – er erklärte sich auch bereit, im Bedarfsfall kurzfristig die Versorgung der umliegenden Heime zu übernehmen. „Schnelle, unbürokratische Lösungen“ seien in dieser Situation gefragt gewesen, sagt Dr. Christoph Schilp rückblickend. Er sei dankbar, dass die Zusammenarbeit aller Akteure so reibungslos funktioniere.

Die Finanzierung

Um den Praxisbetrieb wieder aufnehmen zu können, sind nun umfassende Ertüchtigungsmaßnahmen nötig. Hier schöpft Dr. Christoph Schilp aus seinem Erfahrungsschatz mit der Sanierung von Fachwerkbauten: Schnell begann er mit Planung und Koordinierung der Arbeiten; zudem einigte er sich mit Vorgänger Jörg Salzmann auf die Übernahme medizinischen Geräts. „Die Gemeinde Herleshausen und der Zweckverband InkomZ beschlossen, im Zuge des Förderprojekts ein Budget zur Unterstützung der zwingend erforderlichen Umbauarbeiten zur Verfügung zu stellen“, sagt Burkhard Scheld.

Das Personal

Für die Neueröffnung muss das nötige Personal zur Verfügung gestellt werden. Nach „etlichen Gesprächen“, so Dr. Jörg Schilp, freue er sich besonders, mit Miriam Oliveros Ruiz eine engagierte mexikanische Kollegin gewonnen zu haben. Die 30-Jährige stammt aus der Hauptstadt Mexiko-Stadt und hat an der dortigen Universität ihr Studium absolviert. Erst im Sommer ist Miriam Oliveros Ruiz in die Gemeinde Herleshausen gezogen. „Ziel ist es, dass sie in den kommenden Monaten in unser Praxisteam hineinwächst, um uns an den Standorten in Herleshausen und Sontra zu unterstützen.“

Hintergrund: Aufbau eines regionalen Gesundheitsnetzes

Die Gemeinden Herleshausen, Nentershausen und Cornberg (beide Landkreis Hersfeld-Rotenburg) und die Stadt Sontra haben im Jahr 2017 mit Unterstützung des Instituts ASD Concepts (Südhessen) und mit Förderung des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration (HMSI) eine Kooperation zur Stärkung der Gesundheitsversorgung in den vier Gemeinden gestartet. Ziel des Förderprojektes ist der Aufbau eines regionalen Gesundheitsnetzes zur Vernetzung der Gesundheitsleistungen und der langfristigen Sicherung der medizinischen und gesundheitlichen Versorgung der Bevölkerung. 

Zu Jahresbeginn wurde dazu eine Lenkungsgruppe – bestehend aus den vier Bürgermeistern, Vertretern des Klinikums Eschwege sowie des Gesundheitsamts des Werra-Meißner-Kreises – ins Leben gerufen. Darüber hinaus wurde ein regionales Gesundheitsnetzwerk, das Gesundheitsforum, gegründet. Zu selbigem gehören alle Gesundheitsanbieter in den vier Gemeinden – Ärzte, Apotheker, Therapeuten und Pflegeheime. Das Forum tritt mehrmals im Jahr zusammen. 

Ziel des Forums ist ein regelmäßiger Austausch der Teilnehmer, eine Abstimmung der Leistungen über die Sektorengrenzen hinweg sowie die Entwicklung eines gemeinsamen Gesundheitskonzeptes. (esp)

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