Öffnung vor 30 Jahren 

Stummer Zeuge der Weltgeschichte: Fest rund um die Lauchröder Brücke 

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Fragen zur DDR: Alexandra Berg gestaltete eine Skulptur zum Thema Grenze, in der sie Antworten auf die Fragen, die sie sich als Kind zum Leben in der DDR stellte, verarbeitete

Jährlich erinnern Lauchröden und Herleshausen am Tag vor Heiligabend daran, dass die Werrabrücke seit dem 23. Dezember 1989 beide Orte verbindet. In diesem Jahr jährt sich das Ereignis zum 30. Mal. 

Zahlreiche Teelichter am Rand der Strecke leuchten den Teilnehmern der Veranstaltung zur Erinnerung an die Grenzöffnung den Weg zur Brücke zwischen Herleshausen und Lauchröden, die schon von Weitem gut zu erkennen ist und auf und unterhalb derer sich nach und nach zirka 500 Menschen sammeln.

Jährlich erinnern Lauchröden und Herleshausen am Tag vor Heiligabend daran, dass diese Brücke seit dem 23. Dezember 1989 beide Orte verbindet, wobei in diesem Jahr ab 18 Uhr das 30. Jubiläum dieses Ereignisses gefeiert werden konnte. „Ich bin ein stummer Zeuge der Weltgeschichte“, erinnerte sich die Brücke, der Uwe Müller, Ortsteilbürgermeister Lauchrödens, und Sabine Heinz eine Stimme gaben.

Geschichte der Verbindung und Trennung

Sie blickten dabei auf die Geschichte der Verbindung und Trennung zwischen den Orten zurück und erklärten schließlich mit Blick auf den Neubau der 1945 gesprengten Brücke vor 30 Jahren: „Ich, die Brücke, schaffe wieder Verbindung.“ Dass die 40 Jahre der Trennung und die inzwischen 30 Jahre nach der der Wiedervereinigung im Vergleich zu den 875 Jahren Lauchrödens und den 1000 Jahren Herleshausens gering wirken, allerdings prägend für die Biografien vieler Menschen waren und sind, erklärte Achim Wilutzky aus Herleshausen, zitierte aus seinen Erinnerungen an den 23. Dezember 1989 und rief schließlich auf: „Lasst uns weiter daran erinnern.“ Sylvia Hartung, Bürgermeisterin Gerstungens, sprach davon, dass man die Eröffnung der Brücke noch viele Jahre gemeinsam feiern wolle.

An den friedlichen Wandel als herausragendes Merkmal der Wiedervereinigung und gleichzeitig an die Jahre zuvor erinnerte Lars Böckmann, Bürgermeister Herleshausens. Dabei blickte er auch in die heutige Zeit und mahnte, nicht zuzulassen, dass Demagogen und alternative Fakten die Menschen in der Zeit zurückführen.

Interviews mit Zeitzeugen

Die Brandenburg-Musikanten aus Lauchröden unterhalten die Besucher musikalisch.

„Die Welt wird nicht bedroht von den Menschen, die böse sind, sondern von denen, die das Böse zulassen“, schloss er seine Rede mit einem Zitat von Albert Einstein. Interviews mit Zeitzeugen und die Antworten auf die Fragen, die sie sich als Kind zum Leben in der DDR stellte, hatte Alexandra Berg in ihrer offen gestalteten Skulptur verarbeitet, zu der sie eine Zeitung gestaltet hatte, die den Teilnehmern der Veranstaltung am Montagabend mehr Informationen zum Thema bot.

Im Rahmen des 30. Brückenfestes wurde zudem ein Gedenkstein enthüllt, der die Brücke zeigt und die Aufschrift „30 Jahre Grenzöffnung“ trägt.

Sabine Heinz und Uwe Müller geben der Brücke eine Stimme.

Die Idee dazu war Manfred Müller gekommen, bevor man sich dazu entschlossen hatte, den Gedenkstein in der jetzigen Form zu gestalten und ihn an der Brücke und damit gut sichtbar für Spaziergänger und Fahrradfahrer aufzustellen. Sein Dank galt Claus Ellenberger sowie Ronald Cott und Gerhard Buchenau, die das Projekt verwirklicht hatten. Ein im gleichen Stil gehaltener Gedenkstein soll zudem künftig vor der Burgkirche Herleshausens an das 1000-jährige Jubiläum erinnern.

Zur Musik der Brandenburg-Musikanten aus dem thüringischen Lauchröden und zur Bewirtung des SV Concordia Lauchröden feierten die zahlreichen Teilnehmer gemeinsam das 30. Brückenfest.

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