Renaturierung Werraufer

Herleshausen: Fraktionen fordern in erstem Schritt Eigentümerversammlung

Das Werraufer in der Gemarkung der Gemeinde Herleshausen soll renaturiert werden. Weil sich aber nicht alle Flächen in öffentlicher Hand befinden, soll getauscht werden.
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Das Werraufer in der Gemarkung der Gemeinde Herleshausen soll renaturiert werden. Weil sich aber nicht alle Flächen in öffentlicher Hand befinden, soll getauscht werden.

Eine Diskussion, die in der Gemeinde Herleshausen immer wieder aufkommt, beschäftigt sich mit den Ufern der Werra.

Herleshausen – In der Gemeinde Herleshausen soll das Werraufer entlang der Ortsteile Herleshausen und Wommen renaturiert werden, darin sind sich die drei Fraktionen der Gemeindevertretung einig. Doch einem dafür benötigten vereinfachten Flurbereinigungsverfahren wollten die Vertreter nicht zustimmen. Zumindest nicht, ohne vorher mit den Eigentümern zu sprechen.

Einen entsprechenden Antrag zog Bürgermeister Lars Böckmann daher in der Sitzung der Gemeindevertretung am Dienstagabend zurück.

Die Eigentümer müssen mitgenommen werden.

Erich Möller, CDU-Fraktionssprecher

Stattdessen entschieden sich die Mitglieder von WSRG, SPD und CDU geschlossen für einen Antrag, den CDU-Fraktionssprecher Erich Möller vortrug: Nun soll zeitnah – spätestens bis Ende diesen Jahres – eine Eigentümerversammlung stattfinden. In dieser sollen die Eigentümer der betroffenen Flächen an der Werra nicht nur über Möglichkeiten des Grundstückstausches informiert werden, sondern auch Fragen stellen können.

Teilnehmen sollen daher laut Antrag auch Mitarbeiter vom Amt für Bodenmanagement und von der Oberen Naturschutzbehörde.

Das Vorhaben

Entlang des Werraufers sollen knapp 39 Hektar wieder naturnah hergestellt werden, wie André Schöße vom Amt für Bodenmanagement Homberg, am Dienstagabend im Gemeindeparlament erklärte. Grundlage dafür ist auch die Wasserrahmenrichtlinie der Europäischen Union. Jedoch ist die Fläche längst nicht mehr so groß, wie noch in einem früheren Plan, so Schöße. Dort ging es um 250 Hektar.

Renaturiert werden sollen außerdem nur in öffentlicher Hand liegende Flächen. Dies mache zum Teil eine Neuordnung nötig. Die Umsetzung wird, erklärt Schöße, mit bis zu 90 Prozent gefördert. Da es sich um FFH-Land handelt, sei sogar eine Förderung von 100 Prozent möglich.

Vom Beschluss bis zum Abschluss könnte es acht bis zehn Jahre dauern. Einen Vorteil in Herleshausen sieht Schöße darin, dass bereits ein Plan existiere: „Andere Gemeinden müssen von null anfangen.“

Die Diskussion

Neu ist das Thema Renaturierung und Flurbereinigungsverfahren in der Gemeinde Herleshausen nicht, wie Möller, Burkhard Scheld (SPD) und Walter Göpel (WSRG) bestätigen. Doch ohne vorher mit den Eigentümern – in der Hauptsache Landwirte – zu sprechen, wollen die Fraktionen dem vereinfachten Flurbereinigungsverfahren nicht zustimmen.

„Die Eigentümer müssen mitgenommen werden“, erklärt Möller und wird dabei von Scheld unterstützt: „Wir finden es sinnvoll, die Anlieger zuerst zu informieren.“ Göpel befürchtet zudem, dass „der Zug abgefahren“ sein könnte, wenn die Gemeindevertreter dem einfachen Flurbereinigungsverfahren zustimmen und die Anrainer dann auf den weiteren Prozess keinen Einfluss mehr haben. Schließlich gehe es beim Hin- und Herschieben der Flächen auch darum, dass die Eigentümer am Ende nicht mehr ihre ursprünglichen Grundstücke besitzen, so Göpel.

Von Hanna Maiterth

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