Übung der Freundschaft

Feuerwehren aus Herleshausen, Lauchröden und Unterellen simulieren Einsatz

Unter großem Publikumsinteresse: die Aktiven üben die Personenrettung aus den verrauchten Etagen des Fließenstudios Arnold in Herleshausen. Fotos: Spanel

Herleshausen. Fester Bestandteil des Jahresplans der Freiwilligen Feuerwehr Herleshausen ist die gemeinsame Übung mit den Aktiven aus Lauchröden und Unterellen - diesmal auf dem Gelände des Fließenstudios Arnold in Herleshausen.

Der Qualm beißt in den Augen. Unheilvoll quillt dichter Rauch durch die Türritzen. Der Weg ins Treppenhaus ist versperrt, und an einen Sprung ist nicht zu denken – viel zu viele Meter unter dem Fenster liegt die geschotterte Fläche. Nur eine Übung zwar, und trotzdem klopft das Herz. Rund 70 Zuschauer aus Herleshausen, Lauchröden und Unterellen wissen: Aus der Fiktion kann jederzeit bitterer Ernst werden.

Insgesamt 45 Rettungskräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus den drei Nachbarorten haben einen solchen Ernstfall am Montagabend simuliert. Seit 27 Jahren hat diese hessisch-thüringische Zusammenarbeit im Vorfeld des Tags der Deutschen Einheit beste Tradition. Ausrichter in diesem Jahr ist die Freiwillige Feuerwehr Herleshausen, die ein Brandszenario samt einem Löschangriff und dem Vorgehen mit schwerem Atemschutzgerät rund um das Fließenstudio Arnold an der Brandenburgstraße vorbereitet hat.

Keine leichte Aufgabe – denn in einer gut koordinierten Gemeinschaftsleistung, für das Publikum moderiert von Herleshausens Wehrführer Mario Missler, müssen die Aktiven nicht nur das verschlossene Gebäude öffnen, zwei vermisste Personen in voneinander getrennten Ebenen ausfindig machen und sicher aus der Gefahrenzone bringen – auch eine versteckte Gasflasche gilt es zu finden und nicht zuletzt das Übergreifen der Flammen auf ein angrenzendes Gebäude zu verhindern.

Während der Einsatzübung müssen die Aktiven der Herleshäuser Wehr zwei parallele Funkkreise unterhalten. Der Grund: Während die Freiwilligen Feuerwehren des Landes Hessen auf Digitalfunk umgestellt sind, bedienen sich die Aktiven aus Thüringen noch der analogen Variante. „Deshalb sind die alten Analogfunkgeräte bei uns noch im Einsatz“, sagt Herleshausens Gemeindebrandinspektor Udo Schulz – eine Situation, die im Werra-Meißner-Kreis selten zu finden ist.

Einsatzbesprechung: Zum ersten Mal bekleidet (rechts) Patrick Zeugner eine Führungsposition.

Im Anschluss an den Einsatz, der mit dem Abtransport der Verletzten und dem Aufräumen der Unfallstelle abgeschlossen ist, kommt die Manöverkritik: Kommunikation, zeitlicher Ablauf, die Schnelle der getroffenen Entscheidungen – alles wird genau unter die Lupe genommen.

Erstmals, sagt Gemeindebrandinspektor Udo Schulz, habe Robert Klärner als Einsatzleiter fungiert. Unterstützung hat er unter anderem von den Gruppenführern Patrick Zeugner und Sven Witzel erfahren. „Obwohl die verantwortungsvollen Positionen Neuland für sie sind, wurden die gestellten Aufgaben hervorragend gemeistert“, lobt Udo Schulz. „Das Einsatzziel wurde gut erfüllt – für die Zukunft heißt es am Ball zu bleiben“, bilanziert Robert Klärner. 

Der Dank der Aktiven gilt auch den Eigentümern des Fließenstudios Arnold in Herleshausen. "Ohne das Einverständnis und die Bereitschaft, das Gebäude zur Verfügung zu stellen, wären solche großen Übungen nicht möglich", sagt der Gemeindebrandinspektor.

Den Ausklang findet die gemeinsame Übung in geselliger Runde im Feuerwehrhaus Herleshausen – auch das ein traditionelles Zeichen und Manifest der Freundschaft zwischen Hessen und Thüringen. Im kommenden Jahr wird die Übung von der Wehr Unterellen ausgerichtet.

Gemeinsame Übung der Feuerwehren aus Herleshausen, Lauchröden und Unterellen

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