Werra-Grenzpark

Herleshausen: Früher Tor im Eisernen Vorhang - ab 2021 Denkmal mit Bildungsauftrag

Entlang des Werratal-Radweges: Auf dem Grundstück am östlichen Ortsausgang von Herleshausen soll der Werra-Grenzpark entstehen.
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Entlang des Werratal-Radweges: Auf dem Grundstück am östlichen Ortsausgang von Herleshausen soll der Werra-Grenzpark entstehen.

Erinnern an die innerdeutsche Grenze soll der Werra-Grenzpark bei Herleshausen. Die Planungen laufen längst und der Eröffnungstermin für die Gedenkstätte steht bereits fest.

Herleshausen – Nun wurde nicht nur der Förderbescheid offiziell übergeben, auch eine weitere Förderzusage hat die Gemeinde Herleshausen erreicht.

Die Idee

Der Grenzpark soll ein interaktives Denkmal mit Bildungsauftrag werden, das an die innerdeutsche Grenze erinnert, erklärt Gero von Randow, Vorsitzender des Vereins Werra-Grenzpark, der eigens für das Projekt gegründet wurde. Hier sollen die Unterschiede und Gegensätze von Demokratie und Diktatur an konkreten Beispielen, wie sie zu DDR-Zeiten an der Grenze passiert sind, behandelt werden. Damit erfülle der Grenz- und Demokratiepark nicht nur den Zweck des Erinnerns, sondern habe auch einen Bildungsauftrag.

Die Finanzierung

Der Werra-Grenzpark soll knapp 310 000 Euro kosten. Zwei Drittel der Ausgaben, der „Löwenanteil“, wie von Randow erläutert, wird von einem europäischen Leader-Programm finanziert. Das letzte Drittel solle ebenfalls durch Fördermittel aufgebracht werden. Hauptförderer mit 200 200 Euro sind die Europäische Union (173 600 Euro) und der Bund (26 700 Euro). Das Leader-Programm schüttet Geld an Projekte im ländlichen Raum aus.

Eine weitere Förderzusage hat die Gemeinde und den Verein Werra-Grenzpark erst vor Kurzem erreicht. Die Sparkassenstiftung Werra-Meißner steigt mit weiteren 10 000 Euro Fördergeld in das Projekt ein. Eine weitere mögliche Förderzusage stehe noch aus, sagt von Randow.

Der Park

Der Werra-Grenzpark wird in den kommenden Monaten an der Salzwiese am Ortsausgang von Herleshausen entstehen. Die Eröffnung ist im kommenden Jahr am 13. August vorgesehen – genau am Tag des Mauerbaus.

Bislang gibt es in Herleshausen kein vergleichbares Denkmal, so von Randow. Dabei sei der Ort zu Zeiten des DDR-Regimes nicht irgendein Ort gewesen. Hier war einer der wenigen Grenzübergänge: ein Tor im Eisernen Vorhang. Für den Kreis, die ganze Republik, sogar für ganz Deutschland habe Herleshausen somit eine herausragende Bedeutung eingenommen.

Auch Landrat Stefan Reuß, der den Förderbescheid des Leader-Programms am Montag offiziell übergeben hat, betont die Wichtigkeit des Projektes „im 30. Jahr der Wiedervereinigung“. Er begrüßt das Engagement des Vereins und der ehrenamtlichen Akteure.

Der Verein sei außerdem bemüht, dass der Park in den Naturpark Frau-Holle-Land und in das „Grüne Band“ aufgenommen werde, sagt von Randow. (Von Hanna Maiterth)

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