Blick auf 150 Jahre Historie

Herleshausen präsentiert sich beim Kasseler Schlossgartenfest mit stehendem Festumzug

Ein Schilderhäuschen mit Schranke, traditionelle Schwesterntracht und Zeugnisse der Zeitgeschichte: Die Herleshäuser präsentieren sich und ihre Gemeindegeschichte zum 150-jährigen Bestehen des Regierungspräsidiums in Kassel. Foto: Gogler

Herleshausen. Das Regierungspräsidium in Kassel feiert in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen. Die Gemeinde Herleshausen beteiligt sich an den Feierlichkeiten und wird sich am Samstag, 19. August, mit einem stehenden Festumzug zum Schlossgartenfest präsentieren.

Die 1000-Jahr-Feier der Gemeinde Herleshausen rückt mit großen Schritten näher. Die Planungen des Gemeindefestes laufen auf Hochtouren – nun soll ein erstes Zwischenergebnis präsentiert werden. Am kommenden Samstag, 19. August, sind die Herleshäuser mit einem stehenden Festumzug beim Schlossgartenfest in Kassel vertreten. Gezeigt werden sollen Einblicke in das Herleshäuser Gemeindeleben der vergangenen 150 Jahre.

Das Ortsschild

„Wie alle Orte hat auch Herleshausen nach der politischen Neugestaltung im Jahr 1867 ein neues Ortsschild bekommen“, sagt Anette Wetterau, Mitglied der Herleshäuser Arbeitsgruppe. „Cassel wurde damals noch mit ,C’ geschrieben“, so die Erste Beigeordnete der Gemeinde. Erst seit dem 4. Dezember 1924 schreibe man Kassel.

Die Kleidung

Der stehende Festumzug wird einen Blick auf die damalige Festtagskleidung ermöglichen: Es ist die Ringgau-Tracht, die in Herleshausen bis zur Jahrhundertwende getragen wurde. Für den Herrn wurde kurzfristig eine Hessentracht organisiert.

Das Vorbild

„In Herleshausen gab es zur Zeit des Nationalsozialismus’ einen Bürgermeister, der enormen Mut bewies“, sagt Anette Wetterau. Trotz eines Verbots des NS-Regimes notierte Karl Fehr insgesamt 1593 Namen verstorbener sowjetischer Kriegsgefangener. Der in seiner Amtszeit angelegte sowjetische Soldatenfriedhof ist heute zu einem Ort der Begegnung geworden – über Generationen, Grenzen, Religionen und politische Gesinnungen hinweg.

Die Heimkehr

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die letzten deutschen Soldaten erst in den Jahren 1955/56 aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft freigelassen. Herzlich wurden sie von den Schwestern des Deutschen Roten Kreuzes und von den Menschen aus Herleshausen am Bahnhof begrüßt. „Die damaligen Schwestern haben uns eine Tracht hinterlassen“, sagt Anette Wetterau – auch dieses Stück Zeitgeschichte ist beim Schlossgartenfest zu sehen.

Die Grenze

Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich Herleshausen/Wartha zu einem der modernsten Grenzübergänge zur DDR für Personen- und Warenverkehr. „Unsere Handwerker haben eigens ein Schilderhäuschen mit Schranke aus der Anfangszeit der Grenzziehung nachgebaut“, sagt die Erste Beigeordnete.

Die Wiedervereinigung

Am 9. November 1989 öffneten sich die Grenzen und Deutschland feierte ein Jahr später die Wiedervereinigung. Herleshausen lag mittendrin und feierte ausgelassen mit. „Wichtige Utensilien und Dokumente sind erhalten geblieben und werden gezeigt“, so Wetterau. (red/esp)

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