Herleshausen, Ringgau und zwölf Nachbarorte aus Thüringen laden zur Podiumsdiskussion und Wanderung ein

Gemeinsam Erinnerungen an den 9. November wachrufen

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Willkommen in Hessen: Im November 1989 machten sich nach der Grenzöffnung viele Bürger auf nach Herleshausen.

Herleshausen. Die Grenzöffnung jährt sich in diesem Jahr zum 25. Mal. Herleshausen war damals der erste Ort, wo die Menschen von Thüringen aus ohne Kontrolle die damalige Grenze passieren konnten. Gemeinsam mit dem Ringgau und den thüringischen Nachbarorten Gerstungen, Neustädt, Sallmannshausen, Lauchröden, Göringen, Wartha, Neuenhof, Pferdshof, Spichra, Krauthausen, Creuzburg und Ifta feiert Herleshausen das Jubiläum am kommenden Sonntag.

Erlebnisse von damals in Erinnerung rufen, Geschichten austauschen und gemeinsam noch einmal die ehemalige Grenze passieren: Das sind die Schwerpunkte der Feier am kommenden 9. November. Der Turnermusikzug Röhrda wird zu Beginn der Feier um 13.30 Uhr in der Mehrzweckhalle spielen. Schon damals, am 18. November 1989, haben die Musiker in Ifta die Bürger aus Thüringen begrüßt. Nach einer kurzen Eröffnungsrede von Bürgermeister Burkhard Scheld ist in der Mehrzweckhalle eine Podiumsdiskussion geplant, bei der der Schwerpunkt auf die Erzählungen von Zeitzeugen liegt. Kurze Filmausschnitte und Bilder sollen die Stimmung von damals wiedergeben. Die Jugendgruppe „Second Home“, die Landfrauen und das DRK Herleshausen kümmern sich um die Verpflegung vor Ort.

Geschichten im Vordergrund

„Wir wollen auf Festreden verzichten. Alles soll stark visualisiert werden“, betont Scheld. „Wir hoffen, dass sich viele erinnern und auch ihre Geschichten erzählen“, fügt Helmut Schmidt, Bürgermeister a.D. hinzu. Neben dem Turnermusikzug Röhrda wird musikalisch auch der Männergesangverein Neuenhof und der Junge Chor vertreten sein.

Der ökumenische Dankgottesdienst mit Pfarrern aus Hessen und Thüringen und dem Kirchen- und dem Posaunenchor beginnt um 17 Uhr in der Burgkirche in Herleshausen. Zum Abend hin, ab 18.15 Uhr, wird es eine Wanderung geben, mit der sich der Werratalverein und die benachbarten Rennsteigvereine bereits seit 1990 an die Grenzöffnung erinnern. In diesem Jahr sind alle herzlich dazu eingeladen mit eigenen Lichtern, wie Lampions und Teelichtern auf dem Weg von der Burgkirche und durch die illuminierte Lauchröder Allee sich in den Herbst 1989 zu versetzen. „Die Leute werden gebeten, ihre Reisepässe mitzubringen. Jeder bekommt beim Passieren der ehemaligen Grenze einen Passierschein“, sagt Schmidt. Ein gemeinsamer Abschluss mit Videoaufnahmen von damals in voller Länge findet nach der Wanderung mit den Brandenburger Musikanten im Lauchröder „Löwensaal“ statt.

Von Franziska Kiele

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