Raum kann für zwei Jahre gemietet werden

Herleshäuser Kindergartengruppe zieht in Seniorenheim St. Elisabeth um

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Fühlen sich wohl in ihren neuen Räumlichkeiten: (von links) Jeremiah und Lukas. Das Spielzeug zog mit den Jüngsten um. Sämtliche Neuanschaffungen werden nach Ablauf der Zwei-Jahres-Frist von allen Kindern weiter genutzt.

Herleshausen – Der Herleshäuser Kindergarten hat am Freitag neue Räumlichkeiten bezogen. Übergangsweise sind 21 Kinder nun im Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth untergebracht.

An Nachwuchs mangelt es der Gemeinde Herleshausen nicht – eine rundherum gute Nachricht, wenn, ja wenn es nicht einen Haken gebe: Der örtliche Kindergarten ist mittlerweile an seiner Kapazitätsgrenze angelangt. Gefragt waren also kreative Lösungen, die noch dazu schnell umgesetzt werden mussten. Und so ist seit Monatsbeginn eine 21 Kinder starke Gruppe in einem Raum des benachbarten evangelischen Alten- und Pflegeheims St. Elisabeth untergebracht.

„Ein Seniorenheim, das der Kinderbetreuung Asyl gewährt – das ist etwas sehr Besonderes“, sagt Pfarrer Christoph Dühr, Vorsitzender des Zweckverbands Evangelische Tageseinrichtungen für Kinder im Kirchenkreis Eschwege, mit einem Lächeln. Und tatsächlich sind sich Kindergartenleiterin Renate Materne und Heimleiter Rolf Frodermann einig: „Eine bessere Übergangslösung hätte nicht gefunden werden können.“

Kinder und Senioren profitieren durch gemeinsame Projekte

Sowohl Senioren als auch Kinder profitierten von der neu gewonnenen Nähe – etwa durch den Ausbau gemeinsam gestarteter Projekte –, haben aber gleichzeitig genug Raum, um sich jederzeit zurückziehen zu können. „Der nun von den Kindern bezogene Raum“, erklärt Rolf Frodermann, liege im alten Teil des Gebäudes, sei abschließbar, in der Nutzung frei sowie mit kindgerechten Sanitäranlagen und sogar einer Küche ausgestattet.

Ein weiterer Vorteil: die unmittelbare Nähe zum Kindergarten. „Die Kinder werden so nicht auseinandergerissen, sondern planen weiterhin alle Aktivitäten zusammen und nutzen natürlich auch den Spielplatz gemeinsam“, so Renate Materne.

Vor dem Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth: (von links) Rolf Frodermann, Sybille Virnau, Renate Materne, Lars Böckmann, Andreas Koch, Anne Meiners sowie Christoph Dühr.

Die Idee, Senioren und Kinder vorübergehend in einem Gebäude unterzubringen, stammt von der Ersten Beigeordneten Anette Wetterau. Für zwei Jahre könne der Raum gemietet werden, sagt Bürgermeister Lars Böckmann. Abgestimmt sei dieser Zeitraum mit sämtlichen Verantwortlichen vom Jugendamt über den kirchlichen Träger bis hin zu den Eltern – die im Übrigen tatkräftig mithalfen, um den Umzug zu stemmen.

„Das Ziel“, so der Bürgermeister weiter, sei es, eine dauerhafte Lösung zu entwickeln – auch, um eine entsprechende Infrastruktur vorzuhalten, um noch mehr junge Familien vom Wohnstandort Herleshausen überzeugen zu können.

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