Besondere Kirchenfenster 

Die Kirche im Dorf lassen: Im Gotteshaus in Archfeld wird Innovation gelebt

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Geballte Information: (von links) Irmgard Weiland, Horst Wittich, Margrit Bierschenk, Jutta Eisenberg, Karl Gonnermann und Pfarrerin Katrin Klöpfel.

Die Kirche in Archfeld ist ein Gotteshaus, in dem Innovation gelebt wird. Viele neue Ideen setzen die evangelischen Christen um.

Eher zufällig ist der Stein mit der verwittert-verschnörkelten Inschrift unter dem Kirchenfenster entdeckt worden – glücklicherweise aber gerade noch rechtzeitig, um die 450-Jahr-Feier des Archfelder Gotteshauses nicht zu verpassen. 

„1567“ kann jeder, der ganz genau hinschaut, dort lesen – das Erbauungsjahr der Kirche. „Seit 2017, mit der Jubiläumsfeier, trägt unser Gotteshaus nun den Beinamen Johanneskirche“, sagt der Kirchenälteste Horst Wittich.

Starke Johannes-Tradition 

Und die Johannes-Tradition, sie ist stark im kleinen Herleshäuser Ortsteil Archfeld. Außergewöhnlich gut besucht etwa sind die Gottesdienste zum weithin bekannten, jährlichen Archfelder Johannesfeuer; und auch die Glocke des Gotteshauses ist Johannes, dem Täufer, geweiht. 

Im Jahr 1997 wurde das Läutwerk angeschafft, daran erinnert sich die Kirchenälteste Irmgard Weiland noch ganz genau: „Im ganzen Ort wurden Spenden gesammelt, um die neue Glocke finanzieren zu können – das hat ganz hervorragend geklappt.“

Akribisch mit der Geschichte der Kirche auseinandergesetzt hat sich die Kirchenälteste in den vergangenen Jahren. Vom Erbauungsjahr des Kirchturms – 1903 – bis hin zu den diversen Renovierungen mit ihren großen und kleinen Hürden verfügt Irmgard Weiland über einen reichen Wissensschatz. 

Kirchenfenster gelten als "Besonderheit"

„Besonderheiten“, die es wert sind, herausgestellt zu werden, seien die Kirchenfenster: 1983 von der Firma Klonk (Marburg) eingebaut, zeigen sie in purer Farbenpracht Darstellungen des Weihnachts- und Osterfestes. Das Leuchten des Fensterglases zur Zeit des Sonnenaufgangs – eine Wonne.

Vorreiter war die evangelische Kirchengemeinde Archfeld im Übrigen in Sachen Sternsinger: „Kinder, Konfirmanden, begleitende Mütter – einfach alle machen mit, völlig losgelöst von Konfessionsgrenzen“, sagt Kirchenvorsteherin Jutta Eisenberg freudig. Eingeführt wurde die Archfelder Tradition seinerzeit von Pfarrer Trappe; fest halten die Archfelder noch immer daran. 

Kirchenmitglieder offen für neue Ideen 

„Die Feste der Taufe, der Konfirmation und der Hochzeit – sie alle werden hier in unserem Gotteshaus gefeiert, in besonders schönen Fällen sogar noch von den eigenen Kindern“, ergänzt Margrit Bierschenk, selbst 24 Jahre lang im Kirchenvorstand des Ortes tätig. Offen zeigen sich die Gemeindeglieder gern für neue Ideen, zum Beispiel die für die vom Männertreff initiierte Schlepperwallfahrt. „Mittlerweile ist sie schon nicht mehr aus dem Kirchenkalender wegzudenken“, weiß Karl Gonnermann.

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