Sanierung A4-Brücke

Herleshausen: Mit Hochdruck gegen Rostschäden - spezielles Gerät wird eingesetzt

Sanierung der A4-Brücke: Zuständig ist die Autobahn GmbH – hier vertreten durch den Ingenieur Jörg Steinbach (links). Vor Ort ist die Görlitzer Firma Sandstrahl Schuch aktiv. In den eingerüsteten Arbeitsbereich gehen die Arbeiter nur mit spezieller Schutzausrüstung.
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Sanierung der A4-Brücke: Zuständig ist die Autobahn GmbH – hier vertreten durch den Ingenieur Jörg Steinbach (links). Vor Ort ist die Görlitzer Firma Sandstrahl Schuch aktiv. In den eingerüsteten Arbeitsbereich gehen die Arbeiter nur mit spezieller Schutzausrüstung.

Die Autobahnbrücke der A4, die zwischen Herleshausen und Frauenborn entlang führt, wird aktuell saniert. Dem Rost geht es nun nämlich an den Kragen.

Herleshausen – Helm, dicker weißer Anzug und ein Sauerstoffschlauch: Bei den Sanierungsarbeiten an der Brücke der Autobahn 4 zwischen Herleshausen und Frauenborn ist der Schutz in einem Bereich besonders wichtig. Und zwar dort, wo mittels eines Hochdruckgerätes der blaue Lack an den Stahlträgern sowie eine weitere Schicht darunter entfernt werden und mit ihnen Korrosionsschäden.

„Die Witterung und der salzhaltige Sprühnebel der Autobahn sorgen für einzelne Roststellen an den Stahlträgern“, erklärt Jörg Steinbach. Er ist Bauingenieur bei der Autobahn GmbH. Werde dies nicht getan, solange die Schäden oberflächlich sind, könnten die Träger und somit die Brücke erheblichen Schaden nehmen. Schon jetzt betragen die Kosten knapp 1,16 Millionen Euro. Die Schäden, die zwar gering und kleinflächig seien, wurden bei routinemäßigen Untersuchungen der Autobahnbrücken festgestellt.

Der Stahl muss blitzeblank sein, bevor die Schichten erneuert werden können.

Jörg Steinbach, Autobahn GmbH

Ganz so einfach sind die Sanierungsarbeiten an der Brücke, die eine Spannweite von 120 Metern hat, aber nicht. Denn die alten Lackschichten, deren oberste Schicht an einem Großteil der Stahlkonstruktion noch blau eingefärbt ist, müssen ab. Das passiert mit einem Strahlgerät mittels hohem Druck. Weil das feine Granulat, das dafür verwendet wird, sowie die anschließend abgestrahlten Lackpartikel jedoch schädlich für die Umwelt und den menschlichen Körper sind, wird der jeweilige Arbeitsbereich eingehaust, wie Steinbach erklärt.

Eingeteilt sind die Arbeiten in mehrere Abschnitte und jedes Mal wird das Hauptgerüst versetzt. Auf diesem befindet sich dann ein fahrbares Gerüst, das mit einer weißen Folie eingehaust wird. So wird verhindert, dass die feinen Partikel während des Abstrahlens in die Umwelt gelangen. Gesammelt werden sie in großen Säcken – durch Absaugen und Filtern der Luft.

Einblick in Sanierungsarbeiten: Mit Hochdruck gegen Rostschäden

Sanierung der Autobahnbrücke von dr A4 zwischen Herleshausen und Frauenborn.
Sanierung der Autobahnbrücke von dr A4 zwischen Herleshausen und Frauenborn.
Sanierung der Autobahnbrücke von dr A4 zwischen Herleshausen und Frauenborn.
Sanierung der Autobahnbrücke von dr A4 zwischen Herleshausen und Frauenborn.
Einblick in Sanierungsarbeiten: Mit Hochdruck gegen Rostschäden

Gleichzeitig müssen natürlich auch die Arbeiter innerhalb dieses Bereichs geschützt werden. „Die Lunge kann ansonsten Schaden nehmen“, so Steinbach. Deshalb ziehen die zwei bis drei Arbeiter, die parallel innerhalb der Einhausung arbeiten, einen Schutzanzug samt Handschuhen und Helm an.

Der mutet fast wie ein Tiefseetauchanzug an. An dem Helm befindet sich nämlich auch ein Schlauch, der Sauerstoff von außen zuführt. Ein Kompressor auf dem Boden unterhalb der Brücke sorgt für Sauerstoffnachschub. Die Luft im Schlauch ist entölt, entfeuchtet und gekühlt, wie ein Mitarbeiter der Görlitzer Firma Sandstrahl Schuch erklärt. Insbesondere bei heißen Temperaturen sorgt das für ein angenehmeres Arbeit.

Nicht nur der Sauerstoff wird hochgepumpt, sondern auch das Granulat. Vier Strahlkessel stehen dafür zur Verfügung. Sie pumpen das feine Granulat nicht nur hoch, sie beschleunigen es auch. So können die Stahlträger dann von dem blauen Lack, der gegen UV-Strahlen schützt, sowie die Schicht darunter, die dann am Ende für den Korrosionschutz sorgt befreit werden. „Der Stahl muss blitzeblank sein, bevor die Schichten erneuert werden können“, sagt Steinbach.

Hinweis: Weitere Bilder finden Sie unter werra-rundschau.de.

Von Hanna Maiterth

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