Crème de la Crème ihres Sports

Tamara Lotz, Reneé und Dorian Stein sind drei der erfolgreichsten deutschen Karateka

Herleshausen. Tamara Lotz, Reneé und Dorian Stein sind drei der erfolgreichsten deutschen Karateka. Das Trio stammt aus Herleshausen. 

Am Anfang einer der größten sportlichen Erfolgsgeschichten der Gemeinde Herleshausen steht, eigentlich ganz unspektakulär, ein Flyer. Beworben wurde die Eröffnung einer Außenstelle des Karate-Sportzentrums Bushido Waltershausen/Eisenach im thüringischen Nachbarort Lauchröden. „Warum nicht?“ dachte sich die Herleshäuserin Elena Lotz und meldete Tochter Tamara kurzerhand an. Schließlich, so die besorgte Mutter, könne es ja nichts schaden, wenn sich das Mädchen im Notfall verteidigen könne.

Heute, ziemlich genau zehn Jahre später, schmunzelt die 16-jährige Tamara Lotz über diese Anekdote. Längst heißt das Ziel der zweifachen deutschen Meisterin in Folge nicht mehr Verteidigung, sondern im besten Fall Olympia.

„Im Karate-Sport ist Tamara eine Ausnahmeerscheinung“, lobt Noah Bitsch, Trainer und selbst international erfolgreicher Karateka. „So viel Talent wie sie bringt eines von 10 000 Kindern mit, die sich für diesen Sport entscheiden.“

Und damit nicht genug: Geht es um den technisch anspruchsvollen Kampfsport, erweist sich die Gemeinde Herleshausen als wahre Kaderschmiede. Der fünfzehnjährige Dorian Stein und seine zwölfjährige Schwester Reneé schicken sich an, den von Tamara Lotz geebneten Weg fortzuführen. Auch das Geschwister-Duo ist bei deutschen Meisterschaften erfolgreich; erreichte zuletzt den dritten und fünften Rang.

„Im gemeinsamen Training sind wir gute Freunde geworden“, sagt Tamara Lotz. Und trainieren müssen und wollen die drei, um ihr sportliches Niveau zu halten – oft viermal pro Woche, dazu kommen freiwillige Sondereinheiten und Reisen quer durch Deutschland und Europa zu Wettkämpfen an den Wochenenden.

Gepaart mit den wachsenden schulischen Anforderungen absolviert das Trio ein Vollzeitprogramm. „Unsere Freizeit ist rar“, bestätigt Dorian Stein. Jammern aber liegt dem disziplinierten Schüler der Südringgauschule fern – gern unterstützt er den Trainerstab beim Unterricht der Jüngsten, natürlich zusätzlich zur eigenen Karriere.

Einig sind sich die Sportler darin, dass sie ohne die Unterstützung ihrer Eltern – Elena und Dietmar Lotz sowie Rainer und Mara Stein – nie solche Erfolge hätten erzielen können. „Wir fahren unsere Kinder zum Training, zu Wettkämpfen und sind nicht zuletzt auch immer wieder Motivatoren“, sagt Rainer Stein mit einem Lächeln. „Wir haben viele Talente“, ergänzt Noah Bitsch, „aber wenige solche Väter und Mütter.“

Auch Burkhard Scheld, Bürgermeister Herleshausens, ist voll des Lobes. Selten sei es, dass in einer vergleichsweise kleinen Gemeinde wie Herleshausen gleich so viele großartige Sportler lebten. „Hier ist über die Jahre zusammengewachsen, was zusammengehört“, sagte Burkhard Scheld mit Blick auf die thüringischen Trainingsorte – zunächst das Karate-Landesleistungszentrum in Eisenach und schließlich das Bundesleistungszentrum in Waltershausen.

Leistungszentrum in Waltershausen

Das Bundesleistungszentrum Karate Bushido Waltershausen ist eines von zwei Bundesleistungszentren in Deutschland. Gründer ist der heutige Bundesjugendtrainer Klaus Bitsch. Neben ihm sind mit seiner Frau Bianca und Sohn Noah Bitsch zwei weitere Trainer hauptamtlich im Bushido tätig.

 Neben den Hauptstellen in Waltershausen und Eisenach entstanden in den vergangenen Jahren weitere Standorte des Vereins – unter anderem in Herleshausens Nachbarort Lauchröden. Kinder ab vier Jahren können an insgesamt 25 Standorten trainieren. Unterrichtet werden die Altersgruppen Minis, Kids, Schüler, Jugendliche und Erwachsene. (esp)

• Kontakt: Telefon 0 36 22/ 6 77 53, E-Mail bushido-sport@gmx.de, Internet: www.bushidowaltershausen-sport.de

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