Wettlauf mit dem Wetter

Im Kreis beginnt die Heuernte: Die Qualität ist gut, die Erträge sind gering

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Läuft auf Hochtouren: die Heuernte vor dem Hauptgestüt Altefeld. Zwar ist die Qualität eine gute – der Wermutstropfen ist die geringe Ertragsmenge.

Die Heuernte ist ein Wettlauf mit dem Wetter. Die sonnig-warme Witterung der vergangenen Tage nutzen die Landwirte im Werra-Meißner-Kreis so zum ersten, mancherorts sogar zum zweiten Schnitt für das Silofutter.

Die Trockenheit ist Voraussetzung, um gutes, nährstoffreiches Heu einzufahren – denn je schneller das Gras auf den Feldern getrocknet ist, desto geringer ist das Risiko, dass es durch Regen verdirbt.

„Die Heuernte auf dem Ringgau-Hochplateau läuft aktuell auf Hochtouren“, berichtet etwa Manfred Graf, Besitzer des Hauptgestüts Altefeld. Hervorragend sei die Qualität, von immenser Wichtigkeit für die Pferdehaltung, und doch gebe es ein bitteres Aber: Wiederum durch die anhaltende Trockenheit bis in den Mai hinein liege die Erntemenge weit unter dem Durchschnitt.

Fehlende Niederschläge im Frühjahr

„So sehr die momentane Witterung die Trocknung des Heus begünstigt, so schlecht ist sie im Vorfeld“, bestätigt Stefanie Wittich, Referentin für Öffentlichkeit des Kreisbauernverbands Werra-Meißner. Die Niederschläge, die im Frühjahr fehlten, wirkten sich negativ auf den Ertrag aus – von Einbußen bis zu 50 Prozent des ersten Schnitts Grassilage berichteten ihr die Landwirte.

Auch ein Blick auf die vergangenen Sommer zeigt – die Heuernte wächst sich zu einem Problem der heimischen Landwirtschaft aus. „Die große Trockenheit im Jahr 2018 und die daraus resultierenden Einbußen mündeten in einen akuten Futtermangel“, erklärt Stefanie Wittich. Vor zwei Jahren hätten die Landwirte zwar noch von ihrer Vorratshaltung profitieren können, ein Zukauf sei aber meist unumgänglich gewesen. „Mit Sorge gingen wir schon in das Jahr 2019“, so die Referentin – dank des Regens im Mai sei der erste Schnitt zwar noch okay, ein dritter oder gar vierter aber schon gar nicht mehr möglich gewesen.

Grünland hat sich erholt 

Und schließlich das Jahr 2020: „Durch die Niederschläge Ende Mai hat sich das Grünland wenigstens etwas erholt“, sagt Stefanie Wittich. Auch das begehrte Untergras, wichtig für den Nährstoffgehalt, habe durch den so dringend benötigten Regen etwas an Wachstum aufgeholt.

„Was wir wirklich brauchen, sind weitere Niederschläge“ – darin sind sich die Landwirte der Region einig. Und den Regen am besten zur richtigen Zeit, um weder die Heutrocknung noch die anstehende Getreideernte zu gefährden.

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