Dauerausstellung erinnert an Zeit der Spätheimkehrer

Historie, verbunden mit Bahnhofs-Atmosphäre: Die Dauerausstellung lockte allein am Eröffnungswochenende 600 Besucher in die Gemeinde. Foto: privat/nh

Herleshausen. Vier eindrückliche Großdrucke, im Raum platzierte Original-Suchschilder sowie Uniformen in Vitrinen: Eine Dauerausstellung fängt die dramatische Atmosphäre ein, die von Oktober 1955 bis Januar 1956 rund um den Bahnhof der Gemeinde Herleshausen herrschte.

Zehntausende von Angehörigen sind in dieser Zeit in die Gemeinde gekommen, um nach Vermissten zu suchen oder auf deren Rückkehr zu warten. Eindrucksvoll wird die Zeitgeschichte nun innerhalb des Bahnhofsgebäudes dokumentiert.

Wann kann die Ausstellung besucht werden?

!Konzipiert und zusammengestellt worden ist die Ausstellung vom neu gegründeten Verein GrenzBahnhof für Zeitgeschichte Herleshausen. Allein am Eröffnungswochenende (wir berichteten) lockte sie über 600 Besucher in den Ort. Das Spätheimkehrer-Museum wird nun an jedem ersten Samstag und Sonntag im Monat von 9 bis 18 Uhr geöffnet sein.

Ist die Ausstellung unter Beteiligung von Zeitzeugen entstanden?

! Ja. Werner Minkenberg aus Bebra, einer der wenigen noch lebenden Spätheimkehrer, bezeichnet den Tag seiner Ankunft in Herleshausen als seinen „zweiten Geburtstag“. Seine Aufzeichnungen „Gefesseltes Leben im Schatten“ nehmen einen großen Teil der Ausstellung ein. Günther Walter aus Gotha, dessen Vater den ersten Zug am 12. Oktober 1955 in den Bahnhof Herleshausen steuerte, überreichte dem Verein einen Becher, den ein Gefangener damals aus dem Fenster geworfen hatte.

Was gibt es in der Ausstellung noch zu sehen?

! Unter anderem zu sehen sind die Aufzeichnungen der damaligen Rotkreuzleiterin Ingeborg Riebe, die für die logistische Meisterleistung der Versorgung der Ankommenden das Bundesverdienstkreuz erhielt. Vorgesehen sind laut Sprecherin Kristina Bayer unter anderem Beiträge zu den Themen „Grenze und Grenzübergang“ sowie zur besonderen Stellung des Bahnhofs Herleshausen als Ostbahnhof im Westen“.

Wo gibt es weitere Informationen?

! Kristina Bayer, Sprecherin des Vereins GrenzBahnhof für Zeitgeschichte Herleshausen, hat angekündigt, das Konzept des geplanten Bürgerbahnhofes zu gesonderten Terminen weiter zu entwickeln und vorzustellen. (esp)

Bis dahin gibt es weitere Informationen im Internet unter www.grenzbahnhof-fuer-zeitgeschichte.de. Ein Kontakt per E-Mail ist möglich unter info@grenzbahnhof-fuer-zeitgeschichte.de

Von Emily Spanel

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