Hohenhaus im zweiten Jahr in Folge ohne Michelin-Stern für Küchenchef

Hoteldirektor Valentin Resetarits

Holzhausen. Große Enttäuschung auf Hohenhaus: Zum zweiten Mal in Folge bekommt Küchenchef Ingo Bockler keinen Michelin-Stern.

Der renommierteste aller Fressführer verzichtet auch in seiner aktuellen Ausgabe für 2016 auf die Auszeichnung. „Ich war ganz fest davon überzeugt, dass wir den Stern zurück bekommen“, sagt Hoteldirektor Valentin Resetarits.

Einige Engpässen in der Küche im vergangenen Jahr hatten zur Aberkennung des Sterns für 2015 geführt. Zur Unterstützung Bocklers hat Hohenhaus in diesem Jahr Souschef David Schubert engagiert, um gleichbleibend hohe Qualität auf den Restauranttisch zu bringen. „Wir haben nichts dem Zufall überlassen“, berichtet Resetarits, „einer der beiden war immer in der Küche.“ Umso weniger kann sich der Hotelchef erklären, dass sein Haus vom Michelin erneut nicht berücksichtigt wurde.

Hoteldirektor Valentin Resetarits

Weniger Punkte vom Gault Millau 

Und damit nicht genug: Auch die Kritiker vom Gault Millau haben die Hohenhaus-Bewertung um einen Punkt nach unten korrigiert. Mit 15 von 20 möglichen Punkten ist das Restaurant 2016 im Gault Millau gelistet; allerdings mit exakt demselben Beschreibunsterxt wie schon 2015. „Ich weiß gar nicht, ob in diesem Jahr überhaupt jemand hier war“, zweifelt Resetarits.

Nichtsdestotrotz will das Team um Bockler und Schubert neu angreifen. Resetarits dazu: „Der Stern ist nicht abgehakt auf Nimmerwiedersehen, wir wollen ihn wiederhaben.“ Bei allem Bemühen will Hohenhaus die eigene Identität keinesfalls aufgeben. Und dazu zählt das Festhalten an regionalen Produkten. „Wir wollen auf den Tisch bringen, was uns die Natur gibt“, sagt Resetarits. Wild aus dem eigenen Forstbetrieb gehört dazu. „Das steht immer auf der Karte.“

Wechselnde Menüs

À la carte gehört nicht mehr zum Angebot. Auf der Speisekarte stehen täglich wechselnde Menüs: das viergängige Hohenhaus-, das siebengängige Feinschmecker- und das vier- oder fünfgängige vegetarische Menü. Die angebotenen Speisefolgen sind untereinander austauschbar. Vom kommenden Monat an gibt es eine neue Weinkarte. Darauf sind nach wie vor die Klassiker zu fingen, ergänzt durch einige interessante neue Angebote und eine Auswahl qualitativ hochwertiger Weine im offenen Ausschank.

Haben die Gäste in diesem Jahr eigentlich auf den Verlust des Michelin-Sterns reagiert? „Ja“, sagt Hoteldirektor Resetarits, „viele haben uns direkt darauf angesprochen, Umsatzeinbußen hatten wir glücklicherweise aber nicht zu beklagen.“

Von Harald Sagawe

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