Leuchtturm für die Region

Hotel Hohenhaus stellt sich neu auf: Künftig wird es zwei Restaurants geben

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Das „neue“ Hohenhaus: Weiterhin exklusiv, der Tradition verbunden – aber nahbarer und sich der Wurzeln in der Region bewusst. Zum Selbstverständnis gehört auch der Auftritt in den sozialen Medien: Hier schießen (von links) die Spitzenköche Thomas Martin, Ralf Bos und Peter Niemann ein Foto für den Instagram-Auftritt des Hotels

Holzhausen. Der Leipziger Sternekoch Peter Niemann hat als Küchenchef und Hoteldirektor die Leitung des Relais & Châteaux Hotel Hohenhaus bei Holzhausen übernommen. Sein Auftrag: die Neustrukturierung der gesamten Gastronomie sowie der Ausbau und die Modernisierung des Hotels.

Inmitten der tosenden Brandung des französischen Atlantiks, auf einem Felsen, der nur wenige Tage im Jahr sichtbar ist, thront erhaben Ar-Men. Ar-Men – sagenumwobener Leuchtturm, westlichster Punkt des bretonischen Festlandes, 14 lange Jahre unter großen Mühen erbaut. Ein Bild des „Felsens“, so die Übertragung des Namens ins Deutsche, ziert die Küche Peter Niemanns, seit dem Sommer Küchenchef und Hoteldirektor auf Hohenhaus.

Die Beharrlichkeit, mit welcher die Bretonen Ar-Men errichteten, die dazu erforderliche Gelassenheit und das unerschütterliche positive Denken faszinierten ihn ungemein, sagt Peter Niemann – und ein Leuchtturm, ja, eben das soll auch die Hohenhäuser Küche für die Region sein. Und dorthin Brücken zu schlagen, zurück in die Region, in den Ringgau mit all seinen (kulinarischen) Facetten – darin sieht Peter Niemann seine Aufgabe. „Hohenhaus wird sich mehr öffnen“, sagt der hochdekorierte Sternekoch. Seinen Worten sind schon längst erste Taten gefolgt: So trat Hohenhaus in diesem Jahr als Hauptsponsor der Kirmes in Netra auf und bezieht seine Waren bei regionalen Lieferanten wie etwa der Ringgauer Fleischerei Opfer.

Weitere Schritte folgen: Die Planungen für die Neukonzeption des Relais & Châteaux Hotel Hohenhaus sind in vollem Gange. „Im bisher privat genutzten Schloss entstehen in den kommenden Jahren bis zu 21 Hotelsuiten, weitere Zimmer werden modernisiert und einer neuen Nutzung zugeführt“, erklärt Peter Niemann. Vielleicht größte und wichtigste Aufgabe der Zukunft aber wird die Neuaufstellung der Gastronomie sein. Kleiner zwar soll der Gourmet-Bereich werden, aber nicht weniger exklusiv-erlesen: Ab Frühjahr 2018 wird eine aromenintensive Küche präsentiert, in welcher Elemente aus der großmütterlichen Küche Niemanns mit denen der Bretagne verbunden werden – jener Region, in der die Wurzeln des Küchenchefs liegen. Und, wie passend, wird das bisher namenlose Gourmetrestaurant den symbolträchtigen Namen „Ar-Men“ tragen. „Unser Ziel“, sagt der 42-Jährige bestimmt, „ist klar: der Michelin-Stern“.

Mit einer bodenständigen und vorwiegend deutsch geprägten Küche wird Hohenhaus, ebenfalls ab kommendem Frühjahr, in einem zweiten Restaurant aufwarten: dem „Ringgau“. Hier wird künftig geschmort, gesotten und gegrillt – mit Wildgeflügel aus der eigenen Jagd des Guts Hohenhaus, mit Obst, Gemüse und Pilzen aus den Gärten der Ringgauer. Kurzum: ein gelungener Brückenschlag zwischen zwei Welten. 

Zur Person 

Der gebürtige Leipziger Peter Niemann (42) ist seit Sommer als Küchenchef und Hoteldirektor im Relais & Châteaux Hotel Hohenhaus tätig. In seiner Kindheit verbrachte er viel Zeit in Bäckerei und Metzgerei seiner Großeltern. Niemann hat seine Ausbildung zum Koch im Hotel Astoria (Leipzig) absolviert. 

Weitere Stationen seiner Lehrjahre waren etwa das Château de Bélon in der Bretagne, das Restaurant Attisholz in der Schweiz sowie das Restaurant Aqua im The Ritz-Carlton in Wolfsburg. Im Guide Michelin 2017 wurde Peter Niemann wegen seiner authentischen bretonischen Küche mit einem Stern ausgezeichnet. (esp)

Hohenhaus unterstützt die Küche des neu entstehenden Bildungshauses in Röhrda

Soll das Projekt Neuausrichtung gelingen, muss die gesamte Mitarbeiterschaft vom Service bis hin zum Küchenteam geschlossen hinter der Idee stehen. Das, sagt Hoteldirektor Peter Niemann, ist unabdingbar. „Hohenhaus hat solche Mitarbeiter: über alle Maßen engagiert und fest mit der Tradition des Hauses verbunden“, lobt der 42-Jährige. „Ein großes Glück, ein riesiges Geschenk, das jeden Respekt verdient.“ 

Kein Wunder also, dass das Projekt Bildungshaus, wo Grundschüler und Kindergartenkinder gemeinsam lernen (wir berichteten), im Ringgauer Ortsteil Röhrda die volle Unterstützung des Hohenhaus-Teams genießt. Persönliche Kontakte waren schnell geknüpft, und nun unterstützen Peter Niemann und Team gern beim Aufbau der Küche, in der künftig rund 120 Kinder verköstigt werden sollen – täglich frisch, immer regional und ausgewogen. Die Tipps reichen von der Wahl des richtigen Geschirrs über die ideale Topfmenge bis hin zu Kochseminaren. „Es ist wichtig, schon die Jüngsten frühzeitig an eine gesunde, geschmackvolle und abwechselungsreiche Küche heranzuführen“, sagt Niemann – und dazu gehöre auch, ungewöhnliche Speisen anzubieten. 

„Die Kinder sollen probieren, schmecken und sich mit den unterschiedlichen Lebensmitteln vertraut machen“, so der Sternekoch. „Fischstäbchen“, setzt er mit einem Augenzwinkern hinzu, seien selbstverständlich weiterhin erlaubt. (esp)

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