"Freiheit" als übergeordnetes Thema

Werratal grenzenlos: Erstes Planungstreffen für Grenzpark in Herleshausen

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Grenzenlose Freiheit statt enger Grenzen: Mit dem geplanten Park will Herleshausen aus der Vergangenheit Gelerntes in Gegenwart und Zunkunft übertragen. Unser Bild stammt aus dem Jahr 2009. Zum 20. Mal jährte sich der Fall der Mauer – und die Herleshäuser Feuerwehr feierte diese Freiheit mit einem Regenbogen, der die ehemalige innerdeutsche Grenze ersetzt.

Herleshausen – Wie kann Geschichte lebendig bleiben? Im Besonderen diejenige, die Teil der Herleshäuser Identität geworden ist? Mit dem ambitionierten Projekt „Grenzpark“ könnte das gelingen. 

Akteure des entsprechenden Herleshäuser Arbeitskreises, des Werratal-Zweigvereins Südringgau, des Projektbüros Beier und Wellach aus Berlin, des Geo-Naturparks Frau-Holle-Land sowie Vertreter der thüringer Nachbarkommunen kamen am Dienstag zusammen, um sich auszutauschen und abzustimmen.

Etwas Nachhaltiges zu schaffen, dabei die Alleinstellungsmerkmale Herleshausens herauszuarbeiten und Begegnungen zu ermöglichen – das, sagt Anette Wetterau, seien die erklärten Ziele des Vorzeigeprojekts. „Keinesfalls soll ein weiteres Grenzmuseum geschaffen werden“, erklärt die Erste Beigeordnete der Gemeinde; angedacht sei der Grenzpark vielmehr als lebendiger, außerschulischer Lernort mit dem Thema „Freiheit“ als übergeordnetem Schwerpunkt.

Düstere Zeiten: die Grenze um 1950 bei Herleshausen.

Der ideale Platz ist – nach dem Ausscheiden des Herleshäuser Bahnhofs – mit einem 3500 Quadratmeter großen Areal an der Salzwiese schon gefunden. „Entstehen könnten hier künftig diverse Bereiche, die unter anderem die Themen Waren- und Personenverkehr, Grenzzwischenfälle wie Fluchtversuche, sowjetische Militäraktionen und den Häftlings-Freikauf behandeln“, sagt Detlev Traut als Sprecher des Arbeitskreises.

Angesiedelt ist der Arbeitskreis inzwischen unter dem Dach des Werratalvereins, Zweigverein Südringgau, mit Helmut Schmidt als Vorsitzendem. „Um Fördermittel zu beantragen, braucht es einen eingetragenen Verein“, erklärt Detlev Traut. Bei der Antragsstellung helfend zur Seite gestanden habe weiterhin das Projektbüro Beier und Wellach, mit welchem Klaus Gogler in Kontakt stand – und schon gibt es einen Erfolg zu vermelden: 35 000 Euro fließen aus den Fördertöpfen der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Genutzt werden soll das Geld für die Feinplanung des Projekts Grenzpark, die im November zum Abschluss gebracht werden soll. 

Einen gemeinsamen Erlebnisraum schaffen

Planungstreffen: die Akteure erörterten am Dienstag in Herleshausen die möglichen Inhalte des Grenzparks.

„Die gelebte und praktizierte deutsche Einheit“ verkörpere das geplante Herleshäuser Projekt, sagt Heidi Brandt, Geschäftsführerin der Werratal-Touristik (Wartburgkreis). Ergebnis: Die Thüringer Nachbarkommunen sind seit Januar gern mit im Boot. „Eine weitere Erfolgsgeschichte“, sagt Planer Peter Wellach (Berlin). Die sich ergebenden Syergien sollen nun genutzt werden: „Der Grenzpark bleibt das Zentrum; dezentral werden relevante Punkte etwa über einen Grenzwander- und/oder Grenzradweg angebunden.“ Das schließe etwa die Werratalbrücke zwischen Lauchröden und Herleshausen ein, die ehemalige Grenztruppenkaserne bei Neuenhof, das Flusssperrwerk bei Göringen oder auch den Beginn des Rennsteigs. 

„Die Einheitsgemeinde Gerstungen, der Verein Landleben und auch der Wartburgkreis unterstützen das Vorhaben, in der hessisch-thüribgischen Grenzregion eine übergreifende „Erinnerungslandschaft“ zu schaffen“, sagt Heidi Brandt – nicht zuletzt würden beide Seiten so enorm an touristischer Ausstrahlung gewinnen.

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