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Mit drei Eseln bis in den Chiemgau

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Von: Emily Spanel

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Ein herrlicher Ort zum Rasten: Die Esel Leni, Jeany und Spirit finden auf dem Außengelände des Hauses Ringgau in Altefeld mehr als genug Platz zum Ruhen. Die nächste Etappe wartet schon.
Ein herrlicher Ort zum Rasten: Die Esel Leni, Jeany und Spirit finden auf dem Außengelände des Hauses Ringgau in Altefeld mehr als genug Platz zum Ruhen. Die nächste Etappe wartet schon. © Ralf sodar

Ingrid Pabst durchwandert die Bundesrepublik. Station hat sie auch im Werra-Meißner-Kreis gemacht.

Altefeld – Esel haben ja grundsätzlich so eine Art Klugheit des Abwartens. Und des Nichtstuns. Ein Esel lässt sich manchmal wahnsinnig viel Zeit. Dafür vergisst er selten etwas. Kurz: Esel haben ihr eigenes, so ganz anderes Tempo für das Leben. Und in diesem geht es für die Grautiere Leni, Jeany und Spirit dieser Tage auch quer durch den Werra-Meißner-Kreis.

Die Norddeutsche Ingrid Pabst hat sich mit ihren drei Eseln aufgemacht zu einer ganz besonderen Tour: Einmal wollen sie die Bundesrepublik durchwandern, von der dänischen Grenze bis nach Österreich – genauer: von Flensburg bis in den Chiemgau. Rund 1100 Kilometer werden sie dafür insgesamt zurücklegen; zu Fuß, wohlgemerkt. Im September soll das Ziel erreicht sein. Gestartet ist das Gespann Mitte Mai.

Rast gemacht haben Ingrid Pabst, ihre Begleitung und selbstverständlich ihre drei Esel am Montag in Altefeld. „Wir haben einen ganz besonderen Besuch bekommen“, sagt das Ehepaar Ralf und Izolda Sodar, das das Haus Ringgau in dem Herleshäuser Ortsteil führt, freudig. Das weitläufige Außengelände des Hauses Ringgau bot mehr als genug Platz für die freiheitsliebenden Grautiere; und auch an Gästebetten mangelt es hier nicht (wir berichteten). Passiert haben Ingrid Pabst und ihre Esel bereits Bad Sooden, Eschwege und Niederdünzebach; haben Kilometer entlang der Werra und des Grünen Bandes zurückgelegt. „Die Freiheit, ohne Plan zu reisen, täglich neue Wege zu finden und dort anzukommen, wo uns der Weg gerade hinführt, ist fantastisch“, sagt Ingrid Pabst.

Abenteuerlustig müsse man sein, natürlich, um ein solches Projekt zu wagen. Aber: Ingrid Pabst ist viel unterwegs, lebt mit ihren Eseln ein „Leben on tour“: „Wir hatten bereits eine Menge Stationen. Und es kommen noch einige dazu – vor allem in diesem Sommer.“

Leni, Jeany und Spirit leben seit rund 15 Jahren bei Ingrid Pabst. Am Anfang, zu Beginn ihrer gemeinsamen Lebensreise, sei lediglich klar gewesen, dass sie mit ihnen unterwegs sein möchte. „Als ich aber angesprochen wurde, ob ich einen Spaziergang mit einer Gruppe Kindern mit Autismus machen möchte, kam ein ganz neuer Aspekt dazu, sodass die Esel und ich seither mit viel Freude Spaziergänge mit Kindern und Erwachsenen machen und sehr gerne mit Menschen, die Ruhe und Abstand möchten, losziehen.“

Denn Menschen brauchen mitunter lange, um das zu können, was für Esel selbstverständlich zu sein scheint: Im Moment zu leben, zu beobachten. Das Zusammensein mit ihnen entschleunigt, entspannt.

So ist jeder, der gern möchte, eingeladen, Ingrid Pabst und ihre Esel auf ihrer Reise durch die Bundesrepublik zu begleiten. Ihre spektakuläre Reise kann weiterhin auch online verfolgt werden: https://eselrepublik.de oder auf Instagram: eselrepublik

(Emily Hartmann)

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