Einsparungen und höhere Steuern reichen nicht – Windkraft soll Einnahmen bringen

Herleshausen sucht nach weiteren Sparideen

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Herleshausen. Der Bericht des Gemeindevorstandes zur aktuellen Kassenlage der Gemeinde war zwar nur ein Tagesordnungspunkt der Gemeindevertretersitzung am Dienstagabend, jedoch überschattete dieser auch alle anderen.

Bürgermeister Burkhard Scheld fand klare Worte für die finanzielle Situation Herleshausens: „Bei uns geht es darum, Geld, das wir nicht haben, nicht auszugeben“, zitierte er den ehemaligen Stuttgarter Bürgermeister Manfred Rommel. Angesichts des Schutzschirms sei auf der Ausgabenseite schon so ziemlich alles zusammengestrichen worden und die Steuern habe man auch erhöht. Ihm seien deshalb nun die Ideen ausgegangen. „Ich bin aber dennoch stolz auf die Herleshäuser, dass keiner Widerspruch gegen die Steuerbescheide eingelegt hat“, lobte Scheld.

Die Lage sei sehr, sehr ernst und der Abbaupfad des Schutzschirms unverrückbar, obwohl schon jetzt unvorhersehbare zusätzliche Ausgaben die Anstrengungen Herleshausens zur Konsolidierung zunichte machten. „Ein Teil der zusätzlichen Ausgaben ist auf Preiserhöhungen zurückzuführen, so hat beispielsweise der Kreis die Kreis- und Schulumlage um 0,5 Prozent erhöht, weil er selbst Schutzschirmkreis geworden ist. Für Herleshausen bedeutet das 89.000 Euro zusätzliche Ausgaben pro Jahr“, erklärte Scheld. Der Gemeinde verordnete Pflichtausgaben, wie beispielsweise die Einführung des Digitalfunks, führten letztendlich dazu, dass der Abbaupfad des Schutzschirms schon jetzt um rund 120.000 Euro verfehlt werde.

Weiteren Steuererhöhungen erteilte er eine Absage. „Man macht das Leben auf dem Land mit Hebesätzen von 800 Prozent nicht attraktiver“, so der Gemeindevorstand. Zusätzliche Einnahmen soll nun eine Windkraftanlage bringen, deren baldige Errichtung die Gemeindevertreter einstimmig beschlossen.

Von Wolfram Skupio

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