Stolz, eine Landfrau zu sein

Gruppe aus Holzhausen feiert 30-jähriges Bestehen im Theater in Eisenach

Der Landfrauenverein Holzhausen vor dem Landestheater Eisenach: Zum 30-jährigen Bestehen schaute sich die muntere Damentruppe jetzt „Eine Mittsommernachts-Sex-Komödie“ von Woody Allen an. Foto:  Konopka

HOLZHAUSEN. 30 Jahre Landfrauenverein Holzhausen. Das ist natürlich ein Grund zu feiern. Als kulturellen Auftakt des „Feierabends“ sahen sich die Landfrauen jetzt Woody Allens „Eine Mittsommernachts-Sex-Komödie“ im Landestheater Eisenach an.

„Den kulinarischen Höhepunkt gab es dann nach dem Lustspiel im Theater beim Griechen Delphi“, schmunzelt Martina Eichmann. Wer wann was mit wem hatte, hat oder haben wird, ist die zentrale Frage in Woody Allens „Mittsommernachts-Sex-Komödie“, in der nicht nur wie wild Partner getauscht und betrogen, sondern auch Dinge ans Tageslicht gefördert werden, die schon lange unter der Oberfläche brodelten. Die Adaption des New Yorker Kultfilmemachers von William Shakespeares „Sommernachtstraum“ dreht sich um Männer, die nie mit dem zufrieden sein können, was sie haben, und ist von skurrilen Figuren und einem für Allen typischen melancholischen Witz geprägt.

Da hatte natürlich auch der Landfrauenverein Holzhausen sichtlich Spaß. Gegründet wurde er am 4. November 1985 in der Gaststätte „Zum Dachsberg“. 22 Bürgerinnen aus Holzhausen waren dabei, als der damalige Ortsvorsteher Heinrich Wöll und Renate Ebeling, Vorstandsvorsitzende des Bezirkslandfrauenvereins Eschwege, den Verein aus der Taufe hoben. Im Gründungsvorstand waren Marlies Nölker (1. Vors.), Lisa Eichmann (2. Vors.), Christa Witzel (Schriftführerin), Elisabeth Metz (stellv. Schriftführerin), Gudrun Aubel (Kassiererin), Petra Klein (stellv. Kassiererin) und Elisabeth Wöll (Beisitzerin). Nach nur einem Jahr legte Marlies Nölker ihr Amt nieder und Lisa Eichmann wurde zur ersten Vorsitzenden gewählt. „Da war ich 25 Jahre“, erzählt sie. Dann wurde ein Teamvorstand gewählt, zu dem Ines Burgheim, Martina Eichmann, Christa Witzel, Gudrun Aubel und Edith Kerstan gehören.

Heute sind es 21 Landfrauen, die sich im Winterhalbjahr von Oktober bis Mai im vierzehntäglichen Rhythmus treffen. Die Abende gestalten die Frauen mit Vorträgen über Gesundheit, Kochen, Backen, aber auch mit Weiterbildung, die vom Bezirk initiiert wird. Handarbeits-, Bastel- und Kosmetikabende sowie Aufklärung zu Patientenverfügungen gehören ebenfalls zum Programm. Zu den kulturellen Veranstaltungen gehören die Weihnachtsfeier, Buchleseabende und Rommé-Turniere. Außerdem wandern die Landfrauen im Frühling und Winter gerne.

Lisa Eichmann: „Wir helfen bei jeder Dorfverschönerungsarbeit, am Friedhof, der Kirche und übernehmen die jährliche Grundreinigung des Dorfgemeinschaftshauses.“ Ein großes Ereignis sei die Mitgestaltung der 850-Jahr-Feier von Holzhausen im Juli 2003 gewesen. „Der Slogan des Jubiläums lautete: Holzhausen ist nicht die Welt - aber ein schönes Stück davon.“ In alten Trachten trugen die Landfrauen damals ein selbstgedichtetes Heimatlied vor. „Der Landfrauenverein Holzhausen ist eine Bereicherung unseres Lebens und des ganzen Dorfes. Wir sind stolz, eine Landfrau zu sein“, sagt Mitgründerin Lisa Eichmann lächelnd.

Von Ludger Konopka

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