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Benefizkonzert in Nesselröden von früherer Polizistin und ihren Schülern

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Von: Kristin Weber

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Zwei Frauen als Hexen verkleidet
Stephanie Pudenz hat jugendlichen und erwachsenen Sängern die Gelegenheit gegeben, ihr Hobby im stilvollen Rahmen zu präsentieren – mit den bekanntesten Balladen aus Disney-Filmen und angesagten Musicals. © Kristin Weber

Nach einem schweren Autounfall musste Stephanie Pudenz ihren Job als Polizistin aufgaben. Inzwischen singt sie und gibt Unterricht. Am Wochenende fand ein gemeinsames Benefizkonzert statt.

Nesselröden – Der Gesang hat Stephanie Pudenz geholfen, wieder Freude am Leben zu haben. Nach einem schweren Autounfall im Dienst konnte sie ihren Beruf als Polizistin nicht mehr ausüben. Gesangsstunden im Bereich Klassik, Pop und Musical gaben ihr Halt. Inzwischen hat sie selbst Gesangsschüler und tritt als Sängerin auf. Ein Konzert in ihrem Heimatort Nesselröden auf die Beine zu stellen, wo sie jetzt wieder wohnt, war ihr großes Ziel. Unterstützung holte sie sich dabei von ihrer Gesanglehrerin Karin George, die ihre Schüler ebenfalls mitbrachte.

So verwandelten die Sängerinnen den Schlosshof in Nesselröden in die Kulisse eines Disney-Schlosses und gaben den jugendlichen und erwachsenen Sängern die Gelegenheit, ihr Hobby im stilvollen Rahmen zu präsentieren – mit den bekanntesten Balladen aus Disney-Filmen und den Top-Titeln aus den derzeit angesagten Musicals, die alle zum Playback live gesungen wurden. Und wer das schon mal gemacht hat, weiß, wie schwer das ist.

Benefizkonzert in Nesselröden

Die Erlöse gingen dabei zur Hälfte an die Hannelore-Kohl-Stiftung (hannelore-kohl-stiftung.de), die Menschen mit Schädel-Hirn-Trauma hilft und von der Stephanie Pudenz in den vergangenen Jahren mit viel Rat und Hilfe unterstützt wurde. „Anderen Unfallopfern meine Stimme zu geben, liegt mir sehr am Herzen“, sagt sie.

Ihre Reise in die Welt des Musicals begann gewissermaßen in der Region mit einem Ausschnitt aus dem Musical „Die Päpstin“, das 2011 im Schlosstheater in Fulda erstmals aufgeführt wurde. Nicht fehlen durften die großen Hits wie „Evita“, „Elisabeth“, „Les Misérables“, „Der Glöckner von Notre Dame“ oder „Jekyll & Hyde“, das seinerzeit mit Ethan Freeman in Bremen Premiere feierte. Aber auch weniger bekannte Musicals wie „Marie Antoinette“, der „Medicus“ oder „Die drei Musketiere“ wurden vorgestellt, garniert von bekannten Disney-Titeln bis hin zu Filmsongs.

Konzertbesucher
Rund 300 Besucher verfolgten im Schlosshof in Nesselröden das Konzert. © Kristin Weber

Nun ist die Versuchung für Gesangsschüler natürlich sehr groß, gerade das klangvollste Stück im Musical singen zu wollen, was nicht selten auch das am schwersten zu singende ist – so stellte sich Johannes Jahnke etwa der großen Aufgabe, „Bring ihn heim“, aus Les Misérables anzustimmen – aber sie alle meisterten die Herausforderungen mit großem Engagement. Besonders schön ins Ohr ging „Ein Mensch zu sein“ aus dem Film „Arielle“, das Maja Röse vorstellte, oder „Zeig dich“ aus der „Eiskönigin II“, sicher gesungen von Stine Böcher. Mitreißend waren die „Writings on the Wall“ aus dem James-Bond-Film „Skyfall“, die von Susa Baum stark und mit viel Spannung vorgetragen wurden, oder „Bring on the Men“ aus Jekyll & Hyde, bei dem Stephanie Pudenz das Publikum hinter sich versammelte. Von diesen schmissigen, leicht zugänglichen Up-Tempo-Nummern hätte es ruhig noch ein paar mehr geben können.

Den Glanzpunkt setzte Julia Stübing mit „Ich gehör nur mir“ aus Elisabeth, das überhaupt nicht einfach zu singen ist. Doch es gelang ihr, die Übergänge zwischen Brust- und Kopfstimme reibungslos zu verbinden, und am Schluss setzte sie sicher die strahlenden hohen Töne. Die rund 300 Zuhörer im Schlossgarten spendeten für die Leistungen der Sänger viel Applaus und ermunterten sie dadurch zu einer Fortsetzung, vielleicht im nächsten Jahr.

Von Kristin Weber

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