Erinnerung an die Grenze

Neuer Platz für altes Häuschen - Herleshäuser gestalteten Einheitsplatz um

Das Schilderhäuschen mit seiner Schranke erinnert am Einheitsplatz an die innerdeutsche Grenze
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Das Schilderhäuschen mit seiner Schranke erinnert am Einheitsplatz an die innerdeutsche Grenze

Das Schilderhäuschen mitsamt seiner rot-weiß gestreiften Zoll-Schranke hat einen neuen Platz in Herleshausen. Bis vor Kurzem lagerte es noch in einer Scheune und wartete auf seinen nächsten Einsatz.

Herleshausen – Erlebt hat das graue Holzhäuschen, das an die ehemalige innerdeutsche Grenze und den Übergang in Herleshausen erinnern soll, schon einiges, erzählt Manfred Müller.

Der 76-Jährige ist einer der Handwerker, die das Schilderhäuschen zusammengezimmert haben. „Etwa vor drei Jahren war das“, erinnert sich der gelernte Schreiner, der später einen Baumarkt leitete. Gebaut wurde es für und vom Arbeitskreis Stehender Festzug Herleshausen. Es war für die 1000-Jahr-Feier in Herleshausen gedacht, so Müller. Da sei es im vergangenen Jahr auch präsentiert worden.

Doch schon vorher waren das Herleshäuser Häuschen und seine gestreifte Schranke heiß begehrt. Seinen ersten Einsatz hatte es gleich 2017: beim Schlossgartenfest in Kassel. „Der Regierungspräsident hatte uns angefragt“, berichtet der 76-Jährige stolz lächelnd.

Im Jahr darauf stellten die Herleshäuser ihr Zoll-Häuschen dann in Eschwege beim Werra-Meißner-Tag auf. 2019 folgte dann der Hessentag in Bad Hersfeld. „Wir haben es extra so gebaut, dass man es transportieren kann“, erklärt Müller. Schlussendlich kam das Schilderhäuschen mit seiner Schranke dann im vergangenen Jahr auch in Herleshausen bei der 1000-Jahr-Feier zum Einsatz.

Doch danach wurde es auseinandergebaut und wanderte in die Scheune. „Da drinnen siehts ja aber keiner“, sagt Müller. Und so kam er auf die Idee es im Ort als Zeichen der Deutschen Einheit aufzustellen. Der Vorschlag stieß nicht nur beim Arbeitskreis Stehender Festzug auf große Zustimmung, sondern auch bei der Gemeinde, bestätigt Herleshausens Erste Beigeordnete Anette Wetterau. Nach einem Rundgang durch den Ort fand sich auch schnell eine geeignete Stelle: der Einheitsplatz vor der Gemeindeverwaltung.

„Eine Woche haben wir hier intensiv gearbeitet“, erzählt Wetterau. Es sei nun ein Platz geworden, an dem man gerne stehen bleibt. Bemalte und beschriftete Steine zieren den Weg. Es sind Erinnerungen.

„Wir haben dazu einen Aufruf gemacht“, erklärt Wetterau. So hätten alle Teil des Projektes werden können, eine stumme Interaktion in Zeiten von Corona. „Die Resonanz ist positiv und es ist eine Bereicherung für den Ort“, so Wetterau.

Nach Möglichkeiten solle das Häuschen mit der gestreiften Schranke nun dort stehen bleiben, sagt Müller. Doch wer weiß, ob es in Zukunft nicht doch noch mal zu einem Gastauftritt gerufen wird. (Von Hanna Maiterth)

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