Herleshausen will letzte Fördermöglichkeit ausschöpfen, umstillgelegten Bahnhof sinnvoll zu nutzen

Der Zug ist noch nicht abgefahren

Geschichtsträchtiger Bahnhof: Seine Erhaltung und die Schaffung eines vorzeigbaren Umfeldes will die Gemeinde mit einem privaten Investor und Hilfe des Stadtumbaus in Angriff nehmen. Foto: Mayer

Herleshausen. Das lange Tauziehen um den Bahnhof a.D. in Herleshausen scheint ein Ende zu nehmen. Der Preis für den Erwerb des Bahnhofumfelds ist in trockenen Tüchern, der Kauf nur noch Formsache, sagte Bürgermeister Burghard Scheld.

Um noch Mittel für die Realisierung eines von drei Konzepten aus dem Topf des Stadtumbaus zu bekommen, muss der Antrag samt Vorlage der Pläne bis Jahresende beim Land vorliegen. Deshalb hat die Gemeindevertretung Herleshausen in ihrer Sitzung am Dienstag beschlossen, um die Frist zu wahren, den Antrag zu stellen.

Aus dem Weg geräumt werden muss ein finanzieller Haken: Wegen des Schutzschirms sind Herleshausens finanzielle Aktivitäten begrenzt. 30 Prozent der Kosten, das ist die Voraussetzung für eine bis zu 70-prozentige Förderung, muss die Kommune aufbringen. Das aber kann sie nicht stemmen, weshalb ein ehemaliger Herleshäuser, der das Bahnhofsgebäude ersteigert hat, mit ins Boot geholt werden soll, „nur gemeinsam schaffen wir das“, so der Bürgermeister. Für das Projekt fallen rund 300 000 Euro an, was der private Investor vor hat, ist noch nicht bekannt.

Wegen der notwendigen Rechtssicherheit auf Dauer kümmert sich ein Planungsbüro um einen Bebauungsplan in Nesselröden. Hier will die Firma Weber expandieren. Immissionsschutz, Wohnnutzung und Verkehrsanbindung sind unter einen Hut zu bringen, namentlich Lärmkontigentierung und Höhenschutz zu berücksichtigen. Das Planungsbüro empfiehlt einen normalen Bebauungsplan (1/3 Mischgebiet, 2/3 Gewerbe) mit Umweltprüfung. Der wurde mehrheitlich beschlossen.

Aufs Schärfste setzt sich Bürgermeister Scheld gegen Vorwürfe der BI Windkraft zur Wehr. Die behauptet gegenüber Aufsichtsbehörden, die Organe der Gemeinde hätten Beschlüsse in Sachen Windkraft übereilt und obendrein nicht auf der Tagesordnung stehend getroffen, die mithin rechtswidrig seien. In Herleshausen, so die schriftlichen Äußerungen der BI, gehe es zu wie in einer „Bananenrepublik“. Namentlich forderte der Bürgermeister den anwesenden BI-Vertreter Jürgen Dudek auf, „der Ton muss sich ändern“, sonst werde er nicht am runden Tisch teilnehmen.

Einstimmig beschlossen wurde die Zurückweisung der Vorwürfe, eine Stellungnahme gegenüber der Kommunalaufsicht und der Vorbehalt weiterer Schritte.

Von Helmut Mayer

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