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Ornithologen errichten Nisthilfen für Weißstörche

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Von: Eden Sophie Rimbach

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Hoffen auf Bewohner für den Storchenhorst: Armin Schülbe, Bürgermeister Lars Böckmann, Jörg Friederich, Marianna Brauneis, Torsten Rapp, Bernd Hiddemann, Horst Börner sowie Ronny und Leni Schlägel.
Hoffen auf Bewohner für den Storchenhorst: Armin Schülbe, Bürgermeister Lars Böckmann, Jörg Friederich, Marianna Brauneis, Torsten Rapp, Bernd Hiddemann, Horst Börner sowie Ronny und Leni Schlägel. © Eden Sophie Rimbach

Ein Storchenhorst im Herleshäuser Ortsteil Wommen erinnert an den langjährigen Arbeitskreisleiter und Ornithologen Wolfram Brauneis aus Eschwege.

Herleshausen – „Das ist unser Baby hier“, sagt Jörg Friederich mit einem Lächeln. Der Sprecher der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) des Werra-Meißner-Kreises blickt dabei auf die neun Monate zurück, die bis zur Realisation des Projekts vergangen sind. Der erste von zwei Masten mit Storchenhorst konnte nun in der Herleshäuser Aue aufgestellt und am Freitagvormittag eingeweiht werden.

Den Anstoß hatte die Beobachtung einer Frau ergeben, nach der Störche bei Wommen Material für einen Horst gesammelt hatten. Auf Friederichs Anfrage hin haben sich Ronny Schlägel, HGON-Mitglied, und Horst Börner, Ortsbeauftragter für Vogelschutz Wommen, direkt dem Projekt angeschlossen. Gemeinsam mit Klaus Kessler, Schatzmeister der HGON, waren die drei diejenigen, die das Projekt durchgängig begleiteten und vorantrieben.

Dass es mehrere Menschen braucht, um einen Mast mit Gestell und Storchenhorst zu finanzieren und aufzustellen, weiß Friederich. Während das Gestell mit Plattform für den Horst komplett von der Oberen Naturschutzbehörde gestellt wurde, musste nach einer Befestigung hierfür gesucht werden. Unterstützt wurde das Projekt durch die EAM, die zwei neue Masten aus Hartholz bereitstellte. Zirka 50 Jahre halten diese laut Armin Schülbe, Leiter Regionalzentrum Nord der EAM; sind dafür durchgetrocknet, salz- und druckimpregniert. Gegen das Abfaulen schützt eine Bandage im unteren Bereich der Masten.

Zusammen haben die zwölf Meter hohen Masten aus Fichtenholz einen Wert von etwa 1200 Euro. Gewählt wurden sie aufgrund der Stabilität und, weil sie ohne Beton sicher befestigt werden können, dafür zwei Meter tief im Boden stecken. Friederichs Dank galt auch dem Bauhof Herleshausens, der diese Arbeit kostenfrei übernommen hatte.

Zirka 800 Euro kostete der vorherige Transport der eigentlichen Strommasten, wobei die zuständige Firma das Projekt durch einen Rabatt unterstützte. Den 1,10 Meter breiten Horst für den aufgestellten Mast flochten Stephan Boschen, Betriebsleiter Gut Hohenhaus, und seine Mitarbeiter. Sie fertigten ihn nach geltenden Vorgaben an.

Besonders ist die Stelle, an der der erste Mast nun steht, nicht nur wegen der Lage: Im nahen Lauchröden wurde ein Mast mit Horst bereits angenommen und bei den Störchen in Wommen konnten inzwischen drei Jungtiere beobachtet werden. Es ist zudem ein Ort, an dem Wolfram Brauneis gewirkt, unter anderem die Gewässerdynamik hier geschaffen hat. An ihn erinnert nun eine Gedenktafel am Mast, die Marianna Brauneis enthüllte.

Anderthalb bis zwei Kilometer entfernt und damit in der Gemarkung Wommens nahe der Steinmühle soll der zweite Mast bald vorerst ohne Horst aufgestellt werden. (Eden Sophie Rimbach)

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