Ausreise vorerst unmöglich

Willershäuser Ehepaar sitzt in Nepal fest

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Schutzmasken: In Nepal sind sie wegen des Staubs und des Smogs nicht unüblich.

Das Ehepaar Buchenau aus Willerhausen wollte sich mit einer Reise nach Nepal einen Traum erfüllen. Jetzt sitzen sie wegen Corona dort fest. 

Aktualisiert um 13.30 Uhr

Vorsichtigen Grund zur Freude gibt es bei dem Ehepaar Doris und Gerhard Buchenau aus Willershausen, das wegen der weltweiten Corona-Krise nicht aus Nepal ausreisen kann (wir berichteten). „Eine Rückholaktion ist geplant“, teilte Doris Buchenau gestern über den Nachrichtendienst Whatsapp mit. „Seit Mittwochmorgen ist Nepal im Rückholprogramm der Bundesregierung. Wir wissen noch nicht wann, aber zumindest, dass wir nach Hause kommen“, berichtet die Willershäuserin. 

Corona in der nepalesischen Presse.

„Vielen Dank sagen wir allen, die unsere Geschichte verbreitet und auf unsere Situation aufmerksam gemacht haben. Und für alle lieben Grüße aus Deutschland und anderswo. Danyabad!“ Ganz besonders herausstellen möchten Doris und Gerhard Buchenau die Gastfreundschaft der Nepalesen. Nicht nur sei ihnen eine Unterkunft auf unbegrenzte Zeit zugesichert worden, auch seien sie bestens mit Speisen und Getränken versorgt worden. „Wir werden hier gut umsorgt, uns geht es gut“, beruhigt Gerhard Buchenau.

Lang gehegten Traum erfüllt

Als sich Doris und Gerhard Buchenau aus Willershausen am 12. März aufgemacht haben, um sich ihren lang gehegten Traum einer Nepalreise zu erfüllen, hätten sie es nicht für möglich gehalten, dass sich die ganze Welt innerhalb weniger Tage so völlig verändert. Das Coronavirus ist überall präsent, so auch in dem kleinen südasiatischen Land zwischen Indien und Tibet, bekannt durch seine Tempel und das Himalaya-Gebirge.

Am Flughafen mit Desinfektionsmittel bespritzt

Schon an die Anreise des Willershäuser Ehepaars steht unter veränderten Vorzeichen. „Am Flughafen in Kathmandu, der Hauptstadt Nepals, wurden wir mit Desinfektionsmittel bespritzt“, berichtet Gerhard Buchenau. „Danach ging die Abfertigung aber schnell und problemlos. Das für Deutsche geforderte Gesundheitszertifikat mussten wir gar nicht vorzeigen, lediglich die Corona-Selbstauskunft-Bögen wurden eingesammelt.“

Nach ihrer Ankunft durften keine Deutschen mehr einreisen

Reiseleiterin Dori von der Ganesh-Nepalhilfe begrüßte das Ehepaar mit dem traditionellen Katta, einem Schal, am Flughafen, und nach einer kurzen Fahrt mit dem Bus kamen die Buchenaus müde, aber glücklich im Guesthouse an. „Schon jetzt erreichten uns aus Deutschland unglaubliche Nachrichten über Hamsterkäufe und abgesagte Veranstaltungen, die stündlich durch neue Meldungen ergänzt wurden“, beschreibt Gerhard Buchenau. „Bereits am Tag darauf konnte kein Deutscher mehr in Nepal einreisen. Täglich gab es neue Informationen über Restriktionen in Deutschland.“

Leben in Kathmandu ging wie gewohnt weiter

Schutzmasken: In Nepal sind sie wegen des Staubs und des Smogs nicht unüblich.

In Kathmandu aber ging das Leben zunächst wie gewohnt weiter: „Viele Menschen tragen Schutzmasken, was sie aber sowieso wegen des Staubs und des Smogs tun, und hier und da stand Desinfektionsmittel auf den Tischen der Restaurants. In den folgenden Tagen besuchten wir verschiedene Sehenswürdigkeiten, wie die Weltkulturerbestadt Bhaktapur und einige Fairtrade-Produzenten, teils zu Fuß, teils mit dem Bus“, berichtet Gerhard Buchenau. Nach und nach aber kamen Informationen die Heimreise betreffend an. Täglich habe sich die Situation am Flughafen geändert.

Flug umbuchen wegen Quarantänebestimmungen nicht möglich

„Als durchsickerte, dass der Flughafen in Kathmandu geschlossen wird, wollten wir dort unseren Flug entsprechend umbuchen. Das ging aber nicht, weil wir noch nicht lange genug das Risikoland Deutschland verlassen hatten (14 Tage), um überhaupt ein Flugzeug betreten zu dürfen“, so der Willershäuser. Mittlerweile ist der Flughafen tatsächlich geschlossen – vorerst bis zum 31. März.

Ehepaar jetzt auf Liste für Rückholprogramm

„Nun haben wir uns in die Liste für das Rückholprogramm der Bundesregierung eingetragen – die einzig verbliebene Option für alle Deutschen vor Ort. Aber bisher steht Nepal nicht auf dieser Liste. Wir müssen nun abwarten, bis wir Nachricht aus Deutschland bekommen.“ Im Moment sei noch alles in Ordnung, aber nach und nach werde auch in Nepal das öffentliche Leben eingeschränkt. Die Schulen seien geschlossen, viele Geschäfte auch, und die Menschen strömten aus der Stadt in ihre Dörfer. Es ist sehr ruhig geworden in der Metropole Kathmandu.

„Wir hoffen für alle in Deutschland und auf der Welt, dass wir mit Vernunft, Umsicht und gegenseitiger Rücksichtnahme die Krise bewältigen. Und wir hoffen sehr, dass Nepal, das bislang zwei bestätigte Corona-Fälle hat, sich von dieser Krise erholt.“

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