Porträt: Alexis Prinz von Hessen hat Schloss Augustenau übernommen

Im Schlossgarten mit Hund Paul: In langen Waldspaziergängen findet Alexis Prinz von Hessen einen Ausgleich zu seinem Alltag. Gerne stöbert der 37-Jährige auch auf Flohmärkten, organisiert klassische Konzerte und geht seinem liebsten Hobby, der Kunstgeschichte, nach. Foto: Spanel

Herleshausen. Alexis Prinz von Hessen hat eigentlich Kunstgeschichte in Berlin studiert. Vor sieben Jahren ist er in seine Heimat nach Herleshausen zurückgekehrt und führt einen Forstbetrieb. Wie das zusammenpasst lesen Sie im Portrait.

Seit Generationen ist die Familie von Alexis Prinz von Hessen tief in der Region verwurzelt. „Herleshausen ist meine Heimat“, sagt der 37-jährige Erbprinz, der schon seine Kindheit auf Schloss Augustenau inmitten der Gemeinde an der Grenze zu Thüringen verbracht hat. Mittlerweile hat er den Schlossbetrieb von seinem Vater Hermann Prinz von Hessen übernommen.

Erfolgreich verwaltet der studierte Kunsthistoriker seit nunmehr sieben Jahren neben dem denkmalgeschützten Schloss auch den zugehörigen Forst sowie einzelne Gebäude in Herleshausen, darunter die ehemalige Schlossgärtnerei.

„Zu Beginn war ich mir nicht sicher, ob ich dauerhaft mit den Themen Tod und Sterben umgehen kann - schließlich ist jeder einzelne Fall belastend.“

„Ich fühle mich der langen Tradition der Familie von Hessen verpflichtet - gleichzeitig will ich die nachfolgenden Generationen im Blick behalten“, sagt Alexis Prinz von Hessen. Zwar sei die Verantwortung groß, doch sich dem Erbe zu entziehen, sei nie eine Option für ihn gewesen. „Dennoch war meine Herangehensweise an die Aufgabe eine eher ungewöhnliche“, sagt der 37-Jährige mit einem Schmunzeln. Schließlich bereite ein Studium der Kunstgeschichte nicht unbedingt auf die Leitung eines forstwirtschaftlichen Betriebes vor. „Aber um mir meinen großen Wunsch zu erfüllen, habe ich einen Kompromiss mit meinem Vater geschlossen: Erst das Studium in Berlin, dann die Übernahme unseres Betriebes in Herleshausen.“

Innovative Projekte

Rückblickend habe ihm das geisteswissenschaftliche Studium Kreativität und wissenschaftliche Denkweisen gelehrt - und nicht zuletzt zukunftsorientiertes Handeln. „In meiner Position darf man nicht träumen“, sagt Alexis Prinz von Hessen. Eines seiner innovativen und kreisweit einmaligen Projekte ist der im März 2012 eröffnete Urnenbeisetzungswald Ruheforst Werraland, der sich auf einer Größe von rund drei Hektar erstreckt.

In den vergangenen drei Jahren hat es über 100 Beisetzungen gegeben; zahlreiche Ruhestätten sind bereits verkauft. „Zu Beginn war ich mir nicht sicher, ob ich dauerhaft mit den Themen Tod und Sterben umgehen kann - schließlich ist jeder einzelne Fall belastend“, sagt der Prinz, der bei jeder Bestattung auch persönlich anwesend ist. „Mittlerweile weiß ich, dass das offene Gespräch allen Beteiligten bei der Trauerbewältigung hilft.“ Besinnlich wird es dagegen während der Vorweihnachtszeit auf Schloss Augustenau. Im siebten Jahr in Folge organisiert Alexis Prinz von Hessen einen Weihnachtsmarkt, der unter dem Motto „Klasse statt Masse“ stehen könnte.

„Zu Beginn habe ich noch selbst zwei Garagen leergeräumt “, sagt der 37-Jährige lächelnd. Mittlerweile lockt der Markt pro Jahr 3000 Besucher in den Innenhof des geschichtsträchtigen Schlosses. „Die Atmosphäre ist familiär, vieles ist improvisiert, wenig ist sachlich - das passt gut zu mir“, sagt der 37-Jährige.

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