„Projekt auf zwölf Jahre ausgelegt“

Burkhard Scheld ist seit drei Jahren Bürgermeister von Herleshausen

Seit drei Jahren im Amt: Burkhard Scheld, parteiloser Bürgermeister von Herleshausen. „Das Schönste an meiner Arbeit ist der Kontakt zu den Menschen“, sagt der 56-Jährige. Darauf wolle er nicht mehr verzichten. Foto: privat

Herleshausen. Sein „Bergfest“ hat Burkhard Scheld gestern ganz still gefeiert. Auf den Tag genau drei Jahre ist der 56-Jährige da Bürgermeister der Gemeinde Herleshausen – und hat den 1. November deshalb für eine Halbzeitbilanz genutzt.

• Die erste Woche: „Es ging sofort richtig zur Sache.“

Eine allzu lange Einarbeitungszeit nach dem offiziellen Amtswechsel – Vorgänger Helmut Schmidt (SPD) war 2012 nicht mehr zur Wahl angetreten – war Burkhard Scheld nicht vergönnt. „In meiner ersten Woche als Bürgermeister bin ich der dringenden Bitte des Landkreises nachgekommen, eine gemeindeeigene Wohnung für Asylbewerber herzurichten“, sagt Scheld. Integration sei so in Herleshausen schon seit drei Jahren ein Thema – und werde vorbildlich umgesetzt.

• Der erste Monat: „Diese Unterschrift tut bis heute weh.“

Die erste „wirklich große“ Unterschrift, die Scheld als Bürgermeister leistete, war die Unterzeichnung des Schutzschirmvertrages. „Die Konsequenzen daraus prägen meine tägliche Arbeit bis heute – viel mehr, als mir lieb ist“, sagt Scheld. Erst 2018 endet der Vertrag – und auch Schelds erste Amtsperiode als Bürgermeister.

• Das erste Quartal: „Mehr Steuern erhöht als Vorgänger.“

Schutzschirm, Schutzschirm, Schutzschirm: Um die strengen Auflagen einzuhalten, fertigt Scheld Beschlussvorlage auf Beschlussvorlage für die Gemeindevertretung an, die auch dem versierten Finanzexperten Kopfzerbrechen bereiten. „Alle Gebühren, Steuern und Beiträge wurden in meiner Amtszeit mindestens einmal erhöht – das ist mehr als bei meinen Vorgängern in 25 Jahren zusammen“, sagt der 56-Jährige. Eine Wahl bleibe ihm aber nicht: „Durch die Vorgaben des Landes sind wir immer stärker fremdbestimmt.“

• Die ersten Jahre: „An großen Themen herrscht kein Mangel.“

2013 die Windkraft, 2014 die Rekommunalisierung der EAM, und natürlich der Kommunale Finanzausgleich – „drei Jahre, angefüllt mit Themen, die die Herleshäuser bewegen, sind schnell vorbeigegegangen“, sagt Scheld.

• Die Unterstützung: „Ich habe eine Affäre mit der Sekretärin.“

So stellt Scheld neuen Gesprächspartnern scherzhaft Ehefrau Renate vor. Diese arbeitet schon viel länger im Herleshäuser Bürgermeisteramt als er selbst. Mit ihrer Erfahrung sei sie ihm immer eine wertvolle Unterstützung gewesen – und dafür sei er ihr dankbar. Gemeinsam mit ihr und den beiden Kindern lebt Scheld, gebürtig aus Eckels-hausen (Stadt Biedenkopf), seit 1994 in Herleshausen.

• Die Ziele: „Es gibt noch viel zu tun.“

Stillstand ist keine Option für Burkhard Scheld: In den nächsten drei Jahren will er die Gestaltung des Bahnhofsumfelds vorantreiben, ebenso wie die Modellprojekte Mobilfalt und Regionales Gesundheitsnetz. „Die energetische Quartierssanierung steht auch noch auf der Agenda – genau wie das Dorfentwicklungsprogramm.“

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