Südringgauschule

Pogrome: 75. Gedenktag Anlass zur Projektwoche

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Hatten Banner gestaltet: Die Neuntklässler der Südringgauschule in Herleshausen.

Herleshausen. Der Projekttag ist ein fester Bestandteil des Schullebens an der Südringgauschule in Herleshausen und deswegen im Schulprogramm auch fest verankert. Wegen der Verlegung der Stolpersteine in Herleshausen und des 75. Jahrestages der Reichspogromnacht wurde beschlossen, dies zum Inhalt des Projekttages am vergangenen Samstag, 9. November zu machen.

Die Neuntklässler unter Federführung der Klassenlehrerinnen Henning und Wetterau befassten sich zunächst intensiv mit den verfolgten Juden in Herleshausen und deren Biographien (wir berichteten). Die Schüler gestalteten die Verlegung der Stolpersteine durch Verlesen der Lebensläufe, Ablegen einer Kerze und eines Blumengebindes mit. Die gesamte Schülerschaft hatte durch Spenden von je 50 Cent einen Stolperstein zum Gedenken an ein sehr jung deportiertes Mädchen finanziert. In der vergangenen Woche wurden alle Schüler, auch die Grundschüler, mit dem Thema Judenverfolgung konfrontiert und im Unterricht mit wichtigen Fakten vertraut gemacht. Am Freitag durchliefen die Sekundarstufenschüler mehrere Stationen. Darunter eine filmische Dokumentation („Nacht über Deutschland“) und der Besuch einer Ausstellung im Schulgebäude, für die die Neuntklässler Banner mit einzelnen Stationen der Judenverfolgung vorbereitet hatten. Diese werden im Schulgebäude hängen bleiben. Ebenfalls zum Projekttag gehörte ein Rundgang durch das Dorf zu den kürzlich verlegten Stolpersteinen und der Gedenktafel der zerstörten Synagoge mit dem ehemaligen Bürgermeister Helmut Schmidt, der interessante Informationen bot und anschaulich und schülergerecht über die Einzelschicksale sprach. Auch eine Wanderung zum etwas außerhalb gelegenen Judenfriedhof, bei dem Klaus Gogler vom Werratalverein über jüdische Bräuche und Sitten informierte, gehörte zum Programm. Die Schüler legten Steine auf den Gräbern ab – ganz gemäß einem jüdischem Brauch („Totes zu den Toten“).

Zurück in der Schule wurde das Erlebte besprochen und ausgewertet und wird im Unterricht weiter thematisiert werden. Aktuell lesen die Achtklässler beispielsweise die Lektüre „Damals war es Friedrich“.

Die Grundschüler besuchten mit ihren Klassenlehrern ebenfalls die Stolpersteine, hatten die Thematik jedoch altersgemäß individuell vorbereitet und den Tag entsprechend gestaltet. Am Samstag fand ein Gedenkgottesdienst in der Burgkirche statt, der abschließend besucht werden konnte. (red/lad)

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