Bürgerinitiative zeigt die Schattenseiten auf - Informationsveranstaltung am Dienstag

Protest gegen Windkraft

Es dreht sich: Auch in Archfeld-Willershausen sollen sich bald riesige Windräder drehen. Foto: Archiv

Willershausen. In Herleshausen regt sich Protest gegen den geplanten Windpark Archfeld-Willershausen. Die Bürgerinitiative „Windkraft in Herleshausen? - die Beleuchtung der anderen Seite“ sieht vor allem Problem wegen des nahegelegenen Schutzgebietes Rendaer Höhe.

„Hier leben viele geschützte Vögel, wie der Milan, aber es ziehen auch viele seltene Tiere wie der große Brachvogel hier durch“, sagt Stephan Boschen von der Bürgerinitiative. Für die Vögel seien die Windräder eine riesige Gefahr.

Allgemein sei der Südringgau eine besonders schützenswerte Landschaft, auch kulturell. „Wenn wir uns touristisch weiter vermarkten wollen, dürfen wir die Natur hier nicht zustellen“, sagt Boschen. Zudem lohne sich laut der BI ein Windpark wegen der zu geringen Windhöffigkeit rund um Herleshausen gar nicht. „Deshalb sind hier bis zu 200 Meter hohe Riesen-Windräder im Gespräch“, sagt Boschen. Er vermutet, dass die Gemeinde bei den Windpark-Planungen unter Druck stehe, da die Einnahmen aus den Parks bereits in den Schutzschirmvertrag einberechnet seien.

Bürgermeister Burkhard Scheld bestätigt, dass die Pachteinnahmen ab 2016 eingeplant sind: „Hätten wir das nicht gemacht, hätten wir die Grundsteuern erheblich mehr anheben müssen, als dies der Fall war.“ Sollte der Windpark nicht zustande kommen, müsste die Gemeinde die Fehleinnahmen kompensieren. Der Windpark soll rund 49 000 Euro im Jahr in die Haushaltskasse spülen. Allerdings: Ob die Windvorrangfläche bei Willershausen überhaupt geeignet für einen Windpark sei, das müssten noch Gutachten ergeben. „Diese kosten allerdings bis zu 100 000 Euro, das können wir uns als Schutzschirmkommune nicht leisten“, sagt Scheld. Deshalb soll nun schnellstmöglich ein Projektentwickler gewonnen werden, der dieses finanzielle Risiko trägt, falls sich die Fläche als ungeeignet herausstelle.

Mit den regionalen Anbietern Eon Mitte Natur GmbH und der Stadtwerke-Union Nordhessen (SUN) sei man schon in intensiven Verhandlungen. „Wir setzen voll und ganz auf einen regionalen Anbieter, damit wir einen Ansprechpartner vor Ort haben“, sagt Scheld. Beide Anbieter werden am Dienstag um 19.30 Uhr ihr Konzept bei der Bürgerversammlung in der Mehrzweckhalle Herleshausen vorstellen. Mit auf dem Podium sitzen dann auch Vertreter der Bürgerinitiative, die keineswegs generell gegen den Windpark sind: „Wir brauchen eine sachliche Diskussion, damit wir eine für Tier, Natur und Mensch verträgliche Lösung finden“, sagt Boschen.

Von Diana Rissmann

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