Das Geheimnis der Bundeslade

Reise in ein Land im Aufbruch: Vortragsabend „Äthiopien“ des Werratalvereins Südringgau

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Äthiopien hat eine große und schnell wachsende Bevölkerung: 55 Prozent der run 100 Millionen Äthiopier sind unter 15 Jahren alt.

Ihre Studien- und Pilgerreise an das Horn von Afrika haben Prof. Dr. Manfred Gerland und Dr. Hans-Peter Marsch in einem Vortragsabend, organisiert vom Werratalverein Zweigverein Südringgau, im Gemeinschaftshaus von Herleshausen Revue passieren lassen.

Geheimnisvolle Felsenkirchen, die von einem legendären Priesterkönig in den Tuffstein gemeißelt wurden. Jahrtausendealter Glaube und ein Auserwählter, der bis heute die legendäre Bundeslade hütet (so besagt es jedenfalls die Legende). Vom Leben gestählte Bauern, die mit antikem Ochsenpflug den kargen Gebirgsäckern Getreide und Bohnen abringen. Eine unerreichte Vielfalt von traditionellen Kulturen, die ihre ihre ausgeprägte Körperästhetik und ihre alten Initiationsrituale in die Zukunft tragen. Das alles ist Äthiopien, das Land im Aufbruch, die „Wiege der Menschheit“.

Studien- und Pilgerreise an das Horn von Afrika

Hielt in Äthiopien eine Predigt: Prof. Dr. Manfred Gerland.

Ihre Studien- und Pilgerreise an das Horn von Afrika haben Prof. Dr. Manfred Gerland und Dr. Hans-Peter Marsch in einem Vortragsabend, organisiert vom Werratalverein Zweigverein Südringgau, am Donnerstagabend im Gemeinschaftshaus von Herleshausen Revue passieren lassen. Vom Kloster Germerode aus ging es im Oktober des vergangenen Jahres auf in eines der ärmsten Länder der Erde. Sieben Stunden Flugzeit nahmen die 29 Teilnehmer aus Nordhessen – allein acht aus dem Ringgau –, Berlin und Nordrhein-Westfalen für das Abenteuer ihres Lebens auf sich.

„Pilgern – das bezieht sich auf den Charakter unserer Reise, auf die gegenseitige Wertschätzung und die Achtsamkeit“, sagte Prof. Dr. Manfred Gerland. Seit zehn Jahren organisiert er Reisen dieser Art federführend; so erfolgreich, „dass die diesjährige zu den griechischen Inseln Patmos und Kos bereits wieder ausgebucht ist.“

Sprühnebel der Nilwasserfälle

Atemberaubend: Die äthiopische Landschaft, grün nach der Regenzeit. Vorn, links: Dr. Hans-Peter-Marsch.

Selbstverständlich werden vornehmlich religiöse Ziele angesteuert, verbunden mit den Eigen- und Besonderheiten der jeweiligen Destination. Und kaum ein Land ist so reich an religiösen und landschaftlichen Besonderheiten wie Äthiopien, im Übrigen drei Mal so groß wie die Bundesrepublik. Vorbei etwa ging es auf holprigen Straßen am Sprühnebel der Nilwasserfälle direkt an den Kaiserhof von Gondar. Weiter nach Lalibela, „wo die Gruppe in ein Labyrinth von Felsenkirchen eintauchte, das einst als zweites Jerusalem konzipiert wurde“, erklärte Dr. Hans-Peter Marsch. In den antiken Palästen, Gräbern und Steinfeldern des nordäthiopischen Axums wurde der Königin von Saba und ihrem Sohn Menelik nachgespürt.

„Das Schönste aber“, erklären Prof. Dr. Manfred Gerland und Dr. Hans-Peter Marsch den Zuhörern, „das war das Erleben der unverstellten Lebensfreude und der Zugewandtheit in den Gesprächen mit den Äthiopiern.“

Das Geheimnis der Bundeslade

Die Bundeslade ist ein mythischer Kultgegenstand des Volkes Israel. Sie enthielt nach biblischer Darstellung unter anderem die zwei Steintafeln mit den Zehn Geboten, die Mose von Gott erhielt. 

Der afrikanischen Legende zufolge hat Menelik I., der Begründer des äthiopischen Kaiserhauses, das Original um das Jahr 1000 vor Christus ins Land gebracht. Seine Mutter soll die Königin von Saba gewesen sein, die damals von Aksum aus über weite Teile Äthiopiens und Jemens herrschte; sein Vater Salomon, der weise König der Israeliten. Aufgewachsen in Aksum sei Menelik, kaum volljährig geworden, nach Jerusalem gereist, um sich von seinem Vater in der Kunst des Regierens unterrichten zu lassen. Seit seiner Rückkehr befinde sich die Lade in einer Kapelle neben der Kirche der Heiligen Maria von Zion in Aksum. 

Ob die Bundeslade tatsächlich in Aksum aufbewahrt wird, lässt sich nicht überprüfen: Bis heute darf nur ein auf Lebenszeit zum Wächter ernannter Priester das dort aufbewahrte Kultobjekt unverhüllt sehen.

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