Erste Bewährungsprobe für Herleshausens neuen Bürgermeister wird gleich der kommunale Schutzschirm sein

Für Scheld geht’s gleich zur Sache

Herleshausen. Eigentlich spricht man beim Wechsel von Amtsinhabern von den sprichwörtlichen hundert Tagen in Amt und Würden, die man dem Neuen zugesteht. Bis dahin sollte die erste Einarbeitungsphase über die Bühne sein. Bei Burkhard Scheld werden es ganze 13 Tage sein:

Am Dienstag, 13. November, muss er auf einer Bürgerversammlung den Herleshäusern erklären, was sie unter dem kommunalen Schutzschirm, wenn Herleshausen denn unter diesen gehen würde, im schlimmsten Falle erwarten würde. „Das ist eine Riesenaufgabe schon gleich am Anfang“, kommentiert Burkhard Scheld diesen Termin. Da hilft’s auch erst mal nicht, dass der 53-jährige Familienvater ein ausgebuffter Finanzexperte ist.

Die vergangenen vier Wochen war Scheld Praktikant bei Noch-Amtsinhaber Helmut Schmidt, der 18 Jahre auf dem Chefsessel im Verwaltungsamt gesessen hat, und musste lernen, dass es mit den Finanzen allein für einen Bürgermeister nicht getan ist in seiner Gemeinde: „Mein Terminkalender ist jetzt schon bis Weihnachten übervoll mit den unterschiedlichsten Veranstaltungen“, sagt er.

Richtig vorbereiten könne man sich sowieso nicht auf dieses Amt: „In der Praxis entscheiden die Bürger, womit ich mich am Tag beschäftige. Darauf freue ich mich sehr.“ Bei den verschiedensten Sitzungen ist er schon dabei gewesen, hat andere Bürgermeister kennengelernt und Einblick erhalten in einzelne Abläufe im Bürgermeisteramt.

Helmut Schmidt will ihm die nächsten Wochen weiterhin unter die Arme greifen, sollte Scheld Hilfe benötigen. Großes Problem im Moment ist beispielsweise auch die Dauersperrung der Ortsdurchfahrt Frauenborn.

Riesige Umwege müssen viele deshalb seit Mitte August in Kauf nehmen, viel getan hat sich auf der Baustelle derweil aber nicht. „Wir müssen aufpassen, dass wir nicht zu weit ins Winterwetter hineingeraten“, warnt Helmut Schmidt, der selbst heute Abend nicht anwesend sein wird. „Ich habe darum gebeten, dass es eine Veranstaltung mit einem Neuanfang wird und keine Abschiedsfeier“, sagt der 63-Jährige. Ihm werde im Laufe des Mittwochs die Entlassungsurkunde überreicht, verrät Manfred Kraus, Vorsitzender der Gemeindevertretung.

Weit hat es der Neue nun nicht mehr zur Arbeit. Brauchte er früher eine Stunde mit dem Auto, kann er ab Donnerstag ins Büro laufen. Wer dann tatsächlich in Zukunft die Geschicke der Gemeinde Herleshausen führt, dürfte davon abhängig sein, wer im Hause Scheld die Hosen anhat. Denn: Im Vorzimmer des neuen Verwaltungschefs sitzt wie bisher Schelds Ehefrau Renate.

Von Stefanie Bettinger

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