Familientreff mit Ackerross

Es riecht nach Diesel und Motorenöl: Schlepper- und Traktoren-Wallfahrt rund um Herleshausen

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Stolz auf dem Kramer von 1952, der mit 50 Kurbelumdrehungen startet: Rolf Eisenberg aus Nesselröden beim Schleppertreffen in Herleshausen.  

Herleshausen - Es ist die Wallfahrt der besonderen Art: Zum Muttertag waren Schlepper und Traktoren rund um Herleshausen unterwegs. 

Es riecht nach Diesel und Motorenöl. Die historischen Fahrzeuge stehen in Reih' und Glied, sind liebevoll herausgeputzt und glänzen. Sie alle haben eine Geschichte. Nur für diesen Moment haben die Besitzer tagelang gewerkelt und geschraubt – für die Schlepper- und Traktorenwallfahrt rund um Herleshausen.

Auf Initiative des evangelischen Männertreffs aus Herleshausen und in Zusammenarbeit mit dem evangelischen Pfarrer Dr. Manfred Gerland wird seit 2015 eine etwas andere Wallfahrt veranstaltet, die viele Traktorfahrer aus dem Umland anlockt und traditionell am Muttertag stattfindet.

Der 64-jährige Jürgen Virnau aus Waldkappel hat 90 Minuten für die Anreise in den Schlosspark von Alexis Prinz von Hessen benötigt. „Einen Traktor habe ich überholt, der war mir zu langsam“, scherzte Virnau, für den die Wallfahrt ein Familientreffen ist. Seine Brüder Thomas, Roland, Christian und Eckhard warteten schon auf seinen Deutz.

Stolz stellte er seinen Traktor, der 1952 den ersten luftgekühlten Motor hatte, ab. „Damals war dieser Motor topmodern“, betonte Virnau, für den die Veranstaltung die beste Gelegenheit ist, mit seinen Brüdern und Verwandten einen schönen Tag zu verbringen.

Ein paar Schritte weiter saß Rolf Eisenberg aus Nesselröden stolz auf seinem Traktor der Marke Kramer aus dem Jahr 1952. Natürlich in der Firmenfarbe Türkis. „Vor fünf Jahren habe ich den Traktor im Internet gekauft“, so Eisenberg, „meine Familie fuhr nur Traktoren der Marke Kramer.“ Auf den alten Motor, der vor dem Krieg in Mode war, ist er besonders stolz. Warum das so ist, zeigt er. Mit gut 50 Kurbelumdrehung startete 67-Jährige den Traktor aus dem Baujahr 1952 – seinem Geburtsjahr.

Nachdem die Bläser des Posaunenchors den Tag pünktlich um 10 Uhr eröffneten, sprach Pfarrer Manfred Gerland über die Zukunft von Herleshausen. „Wo kommen wir her? Darauf gibt die Chronik von Helmut Schmidt die passenden Antworten“, so Gerland, „aber wir sollte die Chronik auch nutzen, um nach vorne zu schauen.“ Um die Zukunft zu gestalten, wünscht sich der Pfarrer eine Zukunftswerkstatt, in der Alt und Jung zusammen an dem Herleshausen in 50 Jahren arbeiten.

Schlepper- und Traktorenwallfahrt rund um Herleshausen 

Im Anschluss nahmen 50 „Ackerrösser“ Fahrt auf. Über Wommen ging es nach Nesselröden und dann durch den Wald nach Frauenborn und Archfeld. Im Anschluss an die Andacht in Archfeld ging es weiter in Richtung Ziel: Willershausen. Dort angekommen, wartete ein Hoffest mit vielen Leckereien. Im gemütlichen Beisammensein ließen die Traktorfahrer den Tag ausklingen. Und Jürgen Virnau wird wiederkommen. Die 33 Kilometer nach Herleshausen werden sich auch im nächsten Jahr lohnen.

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