Schloss in Nesselröden: Instandsetzung des Turm steht vor dem Abschluss

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Ortsbildprägend: das Schloss Nesselröden. Seit dem Sommer wird der Turm saniert; vorangegangen sind unter anderem Arbeiten am Dach und am Risaliten. 

Nesselröden. Die Instandsetzung des Turms am Herrenhaus des Schlosses in Nesselröden steht kurz vor dem Abschluss. Mit 50 000 Euro hat allein die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die Arbeiten unterstützt. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

In welchem Zustand ist das Schloss im Herleshäuser Ortsteil Nesselröden?

In einem altersgemäßen. Die herrschaftliche Anlage, erbaut im ausgehenden 16. Jahrhundert, wies Schäden unter anderem am Dach, den Kehlblechen und Fallrohren sowie der Fassade des nördlichen der beiden Risalite (gemeint sind die vorspringenden Gebäudeteile, welche den Treppenturm flankieren), auf. Als weit problematischer und aufwendiger zu beheben aber erwiesen sich die Schäden am Turmfachwerk.

Welche Schäden wurden in diesem Bereich festgestellt?

Dachsparren wie auch einige Balken der Turmkonstruktion sind über die Jahre durch eindringende Feuchtigkeit und Schädlingsbefall in Mitleidenschaft gezogen worden. „Das Fachwerk des Turms stammt aus dem Jahr 1930“, sagt Eigentümer Prof. Dr. Friedrich Kruse aus Erlangen. Bei einer Renovierung in den 1980er-Jahren seien die Balken mit Flüssigkunststoff-Farbe gestrichen worden. „In der Folge entstanden hinter der undurchlässigen Schicht Schäden durch Feuchtigkeit.“ Ebenso seien die Fenster im Turmbereich so schadhaft gewesen, dass sie ersetzt werden mussten. Nicht zuletzt war die 1930 aufgesetzte Wetterfahne durch Korrosion stark beschädigt.

Seit wann laufen die Instandsetzungsarbeiten am Turm des Herrenhauses?

Seit den Sommermonaten auf Hochtouren, sagt Zimmermeister Rolf Eisenberg aus Nesselröden, der die Arbeiten auch beaufsichtigt. Der Treppenturm ist seitdem komplett eingerüstet. Zur Sanierung der Dachflächen wurden zunächst sämtliche Ziegel vorsichtig und in Handarbeit abgenommen. Während die ursprünglichen Ziegel noch genagelt worden waren, wurden die neu aufgesetzten mit Edelstahlschrauben befestigt.

Historie: Schon in den 30er-Jahren wurde saniert.

Wurden die schadhaften Balken im Turm ersetzt?

Ja. Allerdings erwiesen sich die Arbeiten als äußerst aufwendig. „Die geschädigten Balken wurden zimmermannsmäßig ersetzt, nachdem die Gefache teilweise ausgebaut worden waren“, sagt Rolf Eisenberg von der ausführenden Firma. „Dabei wurden auch Schmuckornamente in Form von Rosetten ergänzt.“

Hat sich die Optik des Turms verändert?

Die Farbe der Balken des alten Fachwerks wurde entfernt und durch einen Anstrich aus Leinölfarbe ersetzt – Farbton: Fränkisch-Rot. Verantwortlich zeichnet auch hier, wie in allen Sanierungsphasen, mit dem Malerbetrieb Jörg Büttner eine regionale Firma. Des Weiteren wurden schadhafte Verblechungen ersetzt – und die Spitze des Turms wird wieder durch eine Wetterfahne gekrönt, fachkundig gefertigt von der Firma Rabe aus Röhrda. 

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