Herleshausen

Startschuss für Werra-Grenzpark bei Herleshausen fällt bald

Modell vom Werra-Grenzpark
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Modell vom Werra-Grenzpark

Kein Jahr mehr, dann soll der Werra-Grenzpark bei Herleshausen eröffnet werden.

Herleshausen – Der Werra-Grenzpark bei Herleshausen soll nicht nur ein Denkmal werden. Die Ansprüche an den Park, der an der Salzwiese am Ortsausgang nach Osten kurz vor der ehemaligen Zonengrenze entstehen soll, sind höher. Sie beinhalten einen Bildungsauftrag, erklärt Gero von Randow, Vorsitzender des Vereins Werra-Grenzpark.

Den Startschuss für die Umsetzung werde Werra-Meißners Landrat Stefan Reuß geben: mit einer Unterschrift auf dem Zuwendungsbescheid an die Gemeinde Herleshausen. Der Bescheid solle bei einem offiziellen Termin Ende Oktober an die Gemeinde übergeben werden, teilte Reuß auf Nachfrage unserer Zeitung mit.

Gero von Randow, Vorsitzender Werra-Grenzpark

Er begrüßt nicht nur das Engagment des Vereins und der ehrenamtlichen Akteure, er spricht dem Park auch eine wichtige Aufgabe zu: „Lange ist es her, dass die Grenze ein unübersehbares Monument der innerdeutschen Teilung war. Inzwischen sind die Anlagen so weit verschwunden, dass die Grenze im Bewusstsein – gerade junger Menschen – nicht mehr vorhanden ist.“

Doch das Projekt leiste einen wichtigen Beitrag zur Erinnerungskultur. Die Besondererheit des Ortes hebt auch von Randow hervor. „Zu Zeiten des DDR-Regimes war Herleshausen ja nicht irgendein Ort, sondern hatte für den Kreis, die ganze Republik, ja sogar für ganz Deutschland herausragende Bedeutung.“ Es sei ein Ort wie Point Alpha. „So was fehlt hier seit Jahren.“

Entstehen solle deshalb sowohl ein Ort des Lernens als auch des Erinnerns: ein Anlaufpunkt zur deutsch-deutschen Geschichte. Er soll jedoch weit mehr sein als ein weiteres Grenzmuseum. Hier sollen die Unterschiede und Gegensätze von Demokratie und Diktatur an konkreten Beispielen, wie sie zu DDR-Zeiten an der Grenze passiert sind, behandelt werden.

Eröffnet werden soll der Grenz-Park im kommenden Jahr am 13. August – dem Tag des Mauerbaus – teilt von Randow mit. Die Zusammenarbeit mit weiteren hessischen und thüringischen Gedenkstätten wie Schifflersgrund und Point Alpha laufe an. Außerdem bemühe man sich um die Aufnahme in den Naturpark Frau-Holle-Land und die Einbindung in das „Grüne Band“.

Finanziert werde das Projekt ausschließlich durch Fördermittel. Kosten solle der Park knapp 317 600 Euro. Den Großteil der Ausgaben, nämlich rund 200 000 Euro, werden EU, Bund und das Land Hessen übernehmen, heißt es vom Verein.

Schon bei der Vorstellung des Projektes im Januar hieß es, man strebe das Leader-Programm als Hauptförderer an – ein Programm der EU, mit dem Aktionen im ländlichen Raum gefördert werden. Geplant werde das Projekt von dem Berliner Büro Beier und Wellach, erklärt von Randow. Die Kommune als Bauherr stelle das Grundstück. Der Werra-Grenzpark sei dann zusammen mit einer überparteilichen Gemeindekommission verantwortlich für die Baubetreuung und spätere Nutzung. Foto: privat/nh

Von Hanna Maiterth

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