Schlepperwallfahrt

Statt im Mai jetzt zum Erntedankfest – mit Traktor zum Gottesdienst

Unterwegs mit Kind und Kegel: Trotz stürmischen und kühlen Wetters hatten sich Landwirte mit ihren Schleppern zur Wallfahrt nach Herleshausen aufgemacht.
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Unterwegs mit Kind und Kegel: Trotz stürmischen und kühlen Wetters hatten sich Landwirte mit ihren Schleppern zur Wallfahrt nach Herleshausen aufgemacht.

Mit ein paar weniger Fahrzeugen als in den vergangenen Jahren tuckerten die Schleppern am Sonntagvormittag von Herleshausen durch den Südringgau.

Herleshausen – Alte und neuere Modelle reihten sich ein und machten sich gemeinsam auf die Reise. Eigentlich hätte die bereits sechste Schlepperwallfahrt, die vom Männertreff der evangelischen Kirche organisiert wird, bereits am zweiten Mai-Sonntag stattfinden sollen, musste aber coronabedingt abgesagt werden.

„Wir freuen uns umso mehr, dass wir sie jetzt nachholen können, und der Erntedanksonntag passt dazu ja auch wirklich sehr gut“, so Pfarrer Manfred Gerlach.

Der Pfarrer im Ruhestand ließ es sich dieses Jahr nicht nehmen und wollte selbst mitfahren. „Ich fahre sonst höchstens Rasenmäher-Traktor und habe extra hierfür dieses Schmuckstück ausgeliehen bekommen“, lacht Gerlach von dem Renault-Super-5-Schlepper herunter.

Feld-Andacht zum Erntedankfest.

Bevor sich der Tross auf den Weg machte, gab es eine kleine Andacht und einen Feldersegen. „Ihr bestellt die Felder und kümmert euch mit viel Liebe um die Natur und die Erde. Es macht Freude, weil es Sinn macht“, dankte Pfarrer Manfred Gerlach in seiner Andacht den Landwirten.

Mit einem Gutbrod 2600 mit Allrad und 20 PS aus den späten 1980er-Jahren nahm Peter Lehmann aus Herleshausen mit seiner Tochter Maria teil. „Wir haben ihn sonst nur auf unserem Grundstück und zum Schneeschieben benutzt, jetzt haben wir eine Straßenzulassung und freuen uns, dass wir das erste Mal dabei sein können.“

Seinen Fordson Superdexta hat Friedrich Lehmann aus Sontra in einer Scheune in Weißenhasel gefunden. „Ich habe ihn wieder aufgearbeitet und bin jetzt zum ersten Mal bei der Wallfahrt dabei. „Mir macht das großen Spaß, eigentlich bin ich gar kein Landwirt“, erzählt Friedrich Lehmann, der im vergangenen Jahr mit seinem Schlepper über den Großglockner in Österreich gefahren ist.

Mit seinen beiden Söhnen Adrian und Fabian war Markus Müller aus Herleshausen dabei. Den Eicher Traktor von 1960 kaufte sein Bruder vor zehn Jahren. „Wir fahren schon seit einigen Jahren mit, es macht Spaß und es ist eine tolle Aktion der Dorfgemeinschaft“, so Müller.

Pfarrer Manfred Gerlach auf seinem Traktor.

Von Herleshausen ging es Richtung Archfeld, wo es eine zweite Feldsegnung gab und wo der Posaunenchor spielte. Weiter ging es mit einem kurzen Stopp an der künftigen Waldkapelle am Zollstock zwischen Willershausen und Herleshausen.

Zum Abschluss trafen alle Schlepper gegen 14 Uhr wieder am Startort ein, um gemeinsam an einem Erntedank-Gottesdienst teilzunehmen. „Die Erntegaben werden wir dann in der nächsten Woche an die Tafel spenden“, so Pfarrer Henrik Heinicke. (Von Sonja Berg)

So tuckerten die Traktoren bei der Schlepperwallfahrt in Herleshausen

Historische wie landwirtschaftliche Traktoren waren mit dabei: Mit einem halben Jahr Verspätung fand am 4. Oktober 2020 die sechste Schlepperwallfahrt statt.
Historische wie landwirtschaftliche Traktoren waren mit dabei: Mit einem halben Jahr Verspätung fand am 4. Oktober 2020 die sechste Schlepperwallfahrt statt.
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