Herleshausen: Gunter Demnig verlegt die ersten Stolpersteine Anfang November

Steine für die Nazi-Opfer

Herleshausen. Anfang November werden in Herleshausen die ersten Stolpersteine im Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus verlegt. In Erinnerung an neun Familien jüdischen Glaubens setzt der Künstler Gunter Demnig die ersten Steine vor dem Gebäude am Heinertor 15. Die Feierstunde findet dort am Montag, 4. November, statt und beginnt um 15 Uhr.

„Wir erwarten auch einige Ehrengäste zu der feierlichen Verlegung“, kündigt Helmut Schmidt, Vorsitzender des Arbeitskreises Stolpersteine, an. Darunter seien auch die Enkelin von Moritz und Emilie Neuhaus, sowie der Urenkel von Berta Wolf, der auch Enkel von Arnold und Erna Katzenstein, Neffe von Herbert und Berta Katzenstein sowie Cousin von Manfred ist, die dort lebten, bevor sie von den Nationalsozialisten aus ihrem Umfeld gerissen wurden.

Die ersten Stolpersteine werden an vier verschiedenen Stellen in der Gemeinde Herleshausen verlegt. „Der Arbeitskreis hat sich hiermit in seiner letzten Sitzung eingehend befasst und ein Programm entworfen, das dem Gedenken an die NS-Opfer gerecht werden soll“, sagt Schmidt. „Wir sind überzeugt, dass das gelingen wird.“ Großen Anteil an der Gedenkveranstaltung werden Schüler der Südringgauschule Herleshausen haben, die die Namen der NS-Opfer an der Stelle in Erinnerung rufen werden, an der sie einst als jüdische Mitbürger der Gemeinde gelebt haben. „Für sie gibt es kein Grab, auch Stolpersteine ersetzen es nicht, aber sie erinnern“, sagt Schmidt.

Der Arbeitskreisvorsitzende hofft auf zahlreiche interessierte Gäste, die in die Sackgasse (zwischen der Einmündung Am Anger und Querstraße) kommen, um an der Gedenkfeier teilzunehmen. Männliche Teilnehmer sind aufgefordert, eine Kopfbedeckung zu tragen.

Nach Herleshausen selbst werden im nächsten Jahr vor einem Gebäude im Ortsteil Nesselröden Steine verlegt. Bis zu einhundert Stolpersteine könnten in Herleshausen und den Ortsteilen gesetzt werden, wenn alle Opfer der NS-Zeit, die dafür in Frage kämen, mit einem solchen Symbol der Erinnerung bedacht würden. „Wir haben die Perspektive, die Aktion bis zur 1000-Jahr-Feier Herleshausens 2019 zu beenden“, so Schmidt gestern. (hs)

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