Portrait: Andreas Aßmann gibt Leitung des Posaunenchores Herleshausen auf

Taktstock ist übergeben

Alter und neuer Leiter des Posaunenchors Herleshausen: Andreas Aßmann (rechts) übergibt den Taktstock an seinen Nachfolger Jürgen Schmidt. Foto: Berg

Herleshausen. Seit 88 Jahren besteht in Herleshausen der Posaunenchor, 31 Jahre davon stand Andreas Aßmann ganz vorne und leitete die Musiker. Am Sonntagabend nahm er Abschied vom Posten des Chorleiters und übergab nach einem vielseitigen Konzert den Taktstock an Jürgen Schmidt.

Der Musiker

Erst zehn Jahre war Andreas Aßmann alt, als er zum ersten Mal eine Trompete in die Hand nahm. Losgelassen hat den heute 50-jährigen Aßmann die Leidenschaft für die edlen Blechblasinstrumente nie mehr. Unter anderem aus beruflichen Gründen legt Aßmann sein Amt nieder. „30 Jahre sind schon ein Wort“, resümiert der 50-Jährige. „Über diese Zeitspanne hinweg haben wir etwas aus dem Posaunenchor gemacht – und es ist etwas Gutes geworden.“ Aßmann organisierte wöchentliche Proben und bereitete die zeitweise 18 Mann starke Bläsergruppe auf Konzerte und Ständchen, Gottesdienste, Hochzeiten und Trauerfeiern vor.

Seine Philosophie sei es gewesen, stets eine Liedmischung zu finden, in der sich jeder wiederfinde, sagt der scheidende Chorleiter. Im Repertoire haben die Bläser klassische Kirchenmusik, volkstümliche Weisen und moderne Stücke von Brass über Gospel bis Swing.

Das Abschiedskonzert

Zu Ehren von Andreas Aßmann hat der Posaunenchor Herleshausen am Sonntag ein Konzert gegeben. Musikalisch hatte das Konzert in der Burgkirche Herleshausen viel zu bieten: „Wir haben dafür eine bunte Mischung aus Stücken der vergangenen 30 Jahre ausgesucht“, erklärte Aßmann. Alte und moderne Lieder, welche die Mitglieder des Posaunenchors in den vergangenen Jahrzehnten begleiteten, standen im Fokus, aber auch viele Erinnerungen und emotionale Momente: So schauten die 13 Mitglieder gemeinsam zurück und ließen die schönsten Momente noch einmal aufleben. Dazu gab es viele Impressionen über eine Leinwand.

Die Überraschungen

Im Anschluss spielte der Chor das Stück „Friends for Life“, welches sie ohne das Wissen von Aßmann zusammen mit Jürgen Schmidt geprobt hatten. Nicht nur musikalisch hat der Posaunenchor in den vergangenen Jahrzehnten viel erlebt, sondern auch privat wurden aus den Musikern Freunde, die viel gemeinsam unternahmen. „Der Spaß war immer mit dabei“, erinnerte sich Aßmann lachend.

„Wir sind traurig, aber vor allem voller Dankbarkeit für dieses große persönliche Engagement und freuen uns, dass es weitergeht.“

„Wir sind traurig, aber vor allem voller Dankbarkeit für dieses große persönliche Engagement und freuen uns, dass es weitergeht und uns Andreas als Musiker erhalten bleibt“, sagten sich die Mitglieder. Andreas Aßmann, der von nun an wieder als normales Mitglied im Chor musiziert, erhielt als Dankeschön des Chores eine Trompete, die als Wetterzeichen auf dem Dach seines Hauses ihren Platz finden soll.

Die Ehrungen

Landesposaunenwart Andreas Jahn und die Kreisbeauftragte Kerstin Brandau ehrten nicht nur Aßmann, sondern auch fünf Mitglieder des Posaunenchors für ihre über 25-jährige aktive Mitgliedschaft. Peter Pflanzner bekam die blaue Ehrennadel, die für besondere Leistungen ab 60 Jahren aktiver Mitgliedschaft vergeben wird. Für die Chormitglieder Susanne Adam, Antje Noack, Ramona Brenk, Christoph Luther und Heike Meister gab es die goldene Ehrennadel.

Nachdem sich Andreas Aßmann bei seinen Musikern für die gemeinsame Zeit bedankt hatte, übergab er seinen Taktstock an Jürgen Schmidt, der den Chor ab sofort leiten wird.

Dekan Dr. Martin Arnold bedankte sich bei Aßman: „So eine Leistung geht nur mit viel Disziplin und Spaß an dem, was man macht. Wir sind glücklich, dass wir sie haben“. (sb/esp)

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