Die Gemeinde ins Boot holen

Thüringen treibt Ausbau des Wassertourismus’ auf der Werra voran – Gespräche mit Herleshausen stocken

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So könnte es aussehen: Das das Wasserwandern auf der Werra. Gewünscht ist eine Umtragestelle in Wommen.

Wommen. Die Werra als Erlebnisbereich für Freizeit, Naherholung und Tourismus: Dieses Potenzial haben die zehn thüringischen Mitgliedsgemeinden der kommunalen Arbeitsgemeinschaft KAG längst erkannt.

Um ihre Kräfte besser zu bündeln, haben sie sich zusammengeschlossen – etwa, um wegweisende Projekte wie den Ausbau des Wasserwandernetzes effektiv anzugehen. Allein auf hessischer Seite des Flusses scheint das noch kaum angekommen zu sein – so sei der Ausbau einer Bootsumtragestelle bei Wommen ins Stocken geraten, wie Planer kritisieren.

Der Zuschuss

820 000 Euro wird die KAG Werra-Wartburgregion bis 2020 in die Verbesserung der Infrastruktur entlang der Werra investieren. Rund 580 000 Euro davon sind Fördergeld – einen symbolischen Scheck überreichten jüngst Thüringens Wirtschaftsminister Wolgang Tiefensee und Planerin Sigrun Palinske vom Beratungsunternehmen IPU in Erfurt an Vertreter der Arbeitsgemeinschaft.

Die Pläne

In zwei Bauabschnitten werden auf thüringischer Werraseite Rampen, Aus- und Einstiege, Umtragestellen, Rastplätze und Sanitäranlagen gebaut – an insgesamt 16 Standorten über 40 Kilometer der Werra von Dorndorf bis Lauchröden. „Großes Interesse“ bestehe weiterhin an einer Kooperation mit Herleshausen. Gespräche würden seit Jahren geführt, so die Planerin – nach der Herleshäuser Bürgermeisterwahl im Mai aber seien diese ins Stocken geraten.

Die Umtragestelle

Konkret bezieht sich die Kooperation auf eine Bootsumtragestelle, die nahe dem Herleshäuser Ortsteil Wommen entstehen soll. „An dieser Stelle ist sie unbedingt notwendig, da hier ein Stück der Werra nicht beschiffbar ist“, erklärt Sigrun Palinske. Auf gegenüberliegender thüringischer Seite, Grund der Gemeinde Gerstungen, befindet sich ein Naturschutzgebiet, was den touristischen Zugang sowie die regelmäßige Pflege einer Umtragestelle schwierig bis unmöglich machen würde. Ein weiterer Vorteil für den Standort Wommen: An dieser Stelle existiert bereits eine Anlegestelle.

Die Gespräche

„Das Projekt Bootsumtragestelle wird weiter verfolgt“, erklärt Herleshausens Bürgermeister Lars Böckmann auf Anfrage. Gespräche mit seiner Gerstunger Amtskollegin Sylvia Hartung seien für den Beginn des kommenden Jahres anberaumt worden. „Sämtliche Vorgespräche sind noch mit meinem Amtsvorgänger geführt worden“, erklärt Lars Böckmann den Verzug.

Die Förderung

Klar ist auch: Ein Förderprogramm, das mit dem des Nachbarbundeslandes gleichzusetzen ist, existiert in Hessen nicht. Finanzielle Zuwendungen müssten über andere Töpfe beschafft werden. „Hier sind unterschiedliche Herangehensweisen gefragt“, sagt Sigrun Palinske. Angedacht sei gewesen, Fördermittel für das Herleshäuser Projekt über das Leader-Programm für Dorf- und Regionalentwicklung zu beantragen.

Stichwort: KAG

Die KAG Werra-Wartburgregion hat zehn Mitgliedsgemeinden zwischen Werra und Thüringer Wald. Vor zehn Jahren haben sich diese thüringischen Gemeinden zwischen Gerstungen und Bad Salzungen zu einer kommunalen Arbeitsgemeinschaft (KAG) zusammengeschlossen. Übergeordnetes Ziel ist die Entwicklung der thüringischen Region als attraktiver Lebensraum für ihre Bürger, aber auch als Zielort für Touristen aus ganz Deutschland. Dazu zählt etwa die Aufwertung der Infrastruktur Wasserwandern. (esp)

Die KAG Werra-Wartburgregion hat zehn Mitgliedsgemeinden zwischen Werra und Thüringer Wald. Vor zehn Jahren haben sich diese thüringischen Gemeinden zwischen Gerstungen und Bad Salzungen zu einer kommunalen Arbeitsgemeinschaft (KAG) zusammengeschlossen. Übergeordnetes Ziel ist die Entwicklung der thüringischen Region als attraktiver Lebensraum für ihre Bürger, aber auch als Zielort für Touristen aus ganz Deutschland. Dazu zählt etwa die Aufwertung der Infrastruktur Wasserwandern. 

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