Tobias Hauss gibt für die Feuerwehr Herleshausen alles

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Ein Feuerwehrmann vom Scheitel bis zur Sohle: Bei den vielen Einsätzen – speziell auf der Autobahn – muss sich Tobias Hauss bestens mit dem Spreizer auskennen.

Herleshausen. Er ist zwar erst seit 2013 dabei, aber was Tobias Hauss macht, das hat Hand und Fuß, er gibt für die Feuerwehr Herleshausen alles und ist aus der Einsatzabteilung nicht mehr wegzudenken.

Bei der jüngsten Jahreshauptversammlung wurde das mehr als deutlich. Zunächst wählten ihn die Brandschützer einstimmig zum neuen Vorsitzenden des Vereins, und im Anschluss durfte er sich über den alljährlich verliehenen Wanderpokal der Einsatzabteilung freuen.

Der stellvertretende Wehrführer Patrick Zeugner ernannte ihn aufgrund von außergewöhnlichen und herausragenden Leistungen zum „Firefighter“ des Jahres 2018 und überreichte ihm unter großem Applaus der Versammlung die Trophäe. Tobias „Howdy“ Hauss, der selbst nicht genau weiß, wie er zu seinem Spitzenamen gekommen ist, hatte als Mitglied des Festausschusses maßgeblichen Anteil an den gelungenen Ausflügen des vorigen Jahres und verzeichnete allein rund 50 Stunden, um sich fortzubilden. Hinzu kommen 145 ehrenamtliche Stunden für die Kameradschaftspflege, bei der sein zweites Hobby zum Tragen kommt. „Nach jedem wöchentlichen Übungsdienst bekoche ich die Aktiven, dann wird der Schulungsaum zum Speisesaal umfunktioniert“, so Tobias Hauss beim WR-Gespräch.

„Der Speiseplan sieht vermehrt Eintöpfe aus dem großen Kessel vor. Oder beim Grillen gibt es ausschließlich selbst gemachte Soßen und Salate“, schwärmt der 39-Jährige von den Grundsubstanzen der Kochkunst: „Suppen und Soßen werden bei mir grundsätzlich aus Knochen hergestellt.“ Auch wenn er mal nicht an den Übungsstunden teilnehmen kann, hat er vorgekocht, „dann müssen die Mädels und Jungs meine Speisen nur noch warm machen.“

Wie kommt es, dass Tobias Hauss seine Liebe zur Feuerwehr so spät entdeckt hat? „Im Blickwinkel hatte ich die Arbeit der Brandschützer schon immer. Aber mein beruflicher Werdegang hat sie nicht zugelassen“, erklärt der waschechte Herleshäuser, der den Beruf des Schreiners gelernt hat und sowohl bei seinem Lehrbetrieb in Nentershausen als auch später in der Selbstständigkeit regelmäßig auf europaweiter Montage im Bereich Ladenbau aktiv war. „Erst als ich 2012 die Aushilfsstelle als Hausmeister an der Südringgauschule bekam, die nur kurze Zeit später, als Volker Biehl in Rente ging, zur Vollzeitstelle wurde, konnte ich der Einsatzabteilung der Feuerwehr Herleshausen beitreten.“

„Andreas Deist, der für die Aus- und Fortbildung zuständig ist, hat mich permanent bearbeitet, sodass ich 2013 den Schritt gegangen bin und habe seither viele Lehrgänge erfolgreich absolviert; und auch den Führerschein für die Feuerwehrfahrzeuge erwirbt er augenblicklich. „In diesem Jahr will ich einen weiteren Versuch als Atemschutzgeräteträger wagen. Eine Schulterverletzung hat mich bislang gestoppt“, spannt Tobias Hauss den Bogen zu den Übungseinheiten: „Wir üben sehr intensiv, gerade auch die möglichen Einsätze auf der Autobahn verlangen außergewöhnliche Grundlagen, weil die Unfälle häufig sehr schwerwiegend sind.“

Unter seinem Spitznamen „Howdy“ ist Tobias Hauss überall bekannt: „Sogar die Mädchen und Jungen der Südringgauschule nennen mich so“, schmunzelt der Hausmeister, der Teile seiner Freizeit noch weiteren Hobbys widmet: „Zusammen mit Tobias Schucht und Andreas Deist mache ich Musik, die bisweilen in kleine Auftritte mündet. Und so bin auch gerne bei der Eschweger Musikfactory zu finden. Nicht nur zum Kauf von Instrumenten, nein, auch zu Gesprächen in gemütlicher Runde“, erläutert der Feuerwehr-Vereinsvorsitzende.

Motorrad fährt er gerne und um für den Brandschutz fit zu sein, besucht er ein Sportstudio. Camping, Musikfestivals und politisches Kabarett mag er, wie auch das Wandern und Lesen. Das alles ist für den Junggesellen, der als Schüler in sämtlichen Sportarten aktiv war, die Herleshausen zu bieten hatte (Fußball, Volleyball, Tischtennis, Turnen) und er sie erst wegen seines Berufes aufgegeben musste, die perfekte Ablenkung für etwaige Ernstfälle. „Was ich mache, das mache ich mit Eifer, Hingabe und Beflissenheit, ansonsten lasse ich die Finger davon“, hofft Tobias Hauss, der übrigens ein Fan der Aktion „Tu’s hier“ ist, dass er sich noch viele Jahre für die Sicherheit der Bürger in der Gemeinde Herleshausen einbringen kann.

Von Harald Triller

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