Schätze hoch über dem Ort

Turmzier mitsamt zwei Zeitkapseln auf Breitzbacher Kirchturm gesetzt

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Der Moment des Aufsetzens: Die Turmzier wird zu Wochenbeginn auf den Turm der Kirche zu Breitzbach gehoben. 

Hoch über dem Herleshäuser Ortsteil Breitzbach thronen seit Wochenbeginn gleich zwei Schätze: Mitsamt der Turmzier auf den Kirchturm in die Höhe gehoben worden sind zwei Zeitkapseln.

Zeitkapseln, das sind Briefe an die Zukunft; Dokumente, die der Generation von morgen von uns erzählen.

Wohl etwas stiller als sonst verfolgten die Breitzbacher das historische Ereignis; in Corona-Krisenzeiten selbstverständlich mit großem Sicherheitsabstand voneinander versammelt unter freiem Himmel vor der Kirche des Herleshäuser Ortsteils.

Gefüllt mit Dokumenten und Gegenständen

Verlesen des Grußes Pfarrerin Eva Kilians.

Sicher in der Turmzier hinterlegt ist nun zum einen die Zeitkapsel, die erst im Februar geöffnet wurde (wir berichteten). Gefüllt ist sie mit Dokumenten und Gegenständen, mit denen sie die ehemalige Breitzbacher Pfarrerin Eva Kilian einst, im Oktober 1988, versehen hatte.

Eine Werra-Rundschau, Ausgabe vom Dienstag, 25. Oktober 1988, ist darunter; ein Satz DM-Münzgeld und ein unscheinbares Stück vergilbtes Pergament, der wahre Schatz: „Wir grüßen die Menschen, die den Inhalt dieser Wetterfahne eines Tages finden. Wir wünschen Breitzbach Frieden“, grüßt Pfarrerin Eva Kilian darin aus der Vergangenheit.

Zweite Zeitkapsel hinterlegt

Aufgestockt haben die Breitzbacher der aktuellen Generation nun mit einer weiteren Zeitkapsel. Eingelassen ist auch hierin eine Ausgabe der Werra-Rundschau, Erscheinungsdatum 17. März 2020, sowie ein aktueller Gemeindebrief. Die Deutsche Mark ist dem vollständigen Satz Euromünzen gewichen.

Gedanken zum Zeitgeschehen

Ihre Gedanken zum Ort, zur Kirchengeschichte und zum Zeitgeschehen formuliert hat Pfarrerin Katrin Klöpfel. „Für wen renovieren und sanieren wir also jetzt mit erheblichen Finanzmitteln die Breitzbacher Kirche? Für die Menschen im Dorf! Und für die, die die offene Kirche besuchen werden – für einen Moment der Ruhe; zur Einkehr; für ein stilles Gebet“

Schmückt den Turm: die Wetterfahne.

Und auch der Bezug zu Corona und den dramatischen Folgen, welche die Bemühungen, die Verbreitung des Virus’ einzudämmen, nach sich ziehen, fehlt nicht. „Wir freuen uns darauf, endlich wieder in unserer Kirche Gottesdienst feiern zu können –mit Glockenklang und Orgelmusik. Wann das sein wird, steht in den Sternen. Denn gestern, am 15. März 2020, wurden – angesichts der Corona-Krise –Gottesdienste verboten. Beigefügt ist der entsprechende Predigttext Bischöfin Dr. Beate Hofmanns.

Irgendwann wieder Gottesdienste feiern

„Für uns ist es eine komische Vorstellung, dass die Kirche fertig sein könnte, und wir dürften dort erst keinen Gottesdienst feiern“, ergänzt Pfarrerin Katrin Klöpfel. Aber, einmal anders gedacht: „Wir haben ausreichend Zeit, die verbleibenden Arbeiten in Ruhe auszuführen und freuen uns schon, wieder in dieser Kirche Gottesdienst feiern können. Wann auch immer das sein wird.“

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