Unbekannte rammen Messer in Feld-Zufahrt, um Landwirt zu sabotieren

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Feige Tat: Jan Zimmermann kann seinen Trecker gerade noch stoppen, bevor er in das Messer fährt. 

Unbekannte haben die Feld-Zufahrt von Öko-Bauer Jan Zimmermann mit gespickt. Der Landwirt vermutet absichtliche Sabotage - nicht zum ersten Mal. Von wem ist bislang unklar. 

Vermutlich haben nur die frühlingshaften Sonnenstahlen am Dienstagnachmittag Schlimmeres verhindert. Sie tauchen die Felder der Familie Zimmermann aus Willershausen, die den Nordhof bewirtschaftet, in goldenes Licht – und lassen das Metall der Messer, die mit voller Absicht in die Zufahrt zum Feld gerammt wurden, verräterisch aufblitzen. Sofort stoppt Landwirt Jan Zimmermann, der mit der Aussaat von Hafer beschäftigt ist, seine schwere Maschine – und bewahrt sie so vor Beschädigungen.

„Zum Glück haben wir die Gefahr noch rechtzeitig erkannt“, sagt Udo Zimmermann. Auch am Mittwoch kann er ob der Tat nur mit dem Kopf schütteln. Insgesamt zwei Messer haben die Zimmermanns bis dahin entdeckt: eines pro Fahrspur, jeweils mittig platziert, wohl um den größtmöglichen Schaden anzurichten.

Wer so etwas tut? Darauf hat Udo Zimmermann keine Antwort. Persönlicher, feiger Rachefeldzug, „Probleme“ eines Einzelnen oder einer Gruppe mit der Landwirtschaft an sich – die Zimmermanns jedenfalls sind ratlos. „Wir bewirtschaften einen Familienbetrieb, der streng nach Bioland-Richtlinien ausgerichtet ist“, sagt der Landwirt aus Leidenschaft. Während er spricht, sieht er einem Teil seiner 3000 Legehennen zu, die im Grünen vor sich hin picken – „bessere Bedingungen für die Tiere kann man doch gar nicht schaffen.“

Biobetrieb par excellence: Udo Zimmermann mit einer seiner Angus-Kühe.

Erschreckend: Die Messer in den Feldwegen seien noch nicht einmal die schlimmste Tat des oder der Unbekannten. Wie oft Mähdrescher in Herleshausen allein im vergangenen Jahr beschädigt worden seien, sei kaum noch zählbar. „Da werden Eisenstangen mitten ins Feld gerammt oder Nägel in Maiskolben geschlagen“, empört sich Udo Zimmermann. Er selbst habe auch schon einen massiven Betonbrocken auf seiner Ackerfläche entdeckt. Leider blieben Anzeigen solcher Vorfälle oft ergebnislos. Die Zimmermanns aber haben sich entschieden, die Messerattacke öffentlich zu machen und Soziale Medien zu nutzen. Denn Öffentlichkeit schafft Aufmerksamkeit – und diese können Unbekannte bei ihrem dunklen Treiben sicher nicht gebrauchen.

Ökologische Landwirtschaft auf 50 Hektar

Die Familie Zimmermann ist bekannt dafür, für die ökologisch korrekte Landwirtschaft zu leben. Auf rund 50 Hektar wird Ackerbau betrieben, 80 Hektar sind für Grünland vorgesehen. Rund um den Willershäuser Nordhof leben 30 Mutterkühe, rund 3000 Legehennen und 80 Weidegänse. All das ist streng nach Bioland-Richtlinien ausgelegt. Auch gejagt wird selbst

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