Unfall auf A4: Zwei Verletzte, 130.000 Euro Schaden und keine Rettungsgasse

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Der nach Polizeiangaben unfallverursachende Mercedes überschlug sich, rutschte rund 70 Meter auf dem Dach über die Fahrbahn und kam vor dem Sattelzug zum Stillstand.

Herleshausen- Am Montagabend kam es gegen 20.30 Uhr zu einem schweren Verkehrsunfall auf der Bundesautobahn 4 zwischen Herleshausen und Eisenach. Zwei Menschen wurden verletzt, es entstand ein Schaden von 130.000 Euro. Die Autobahn war bis in die frühen Morgenstunden in Fahrtrichtung Eisenach voll gesperrt.

Nach Angaben der Autobahnpolizei Bad Hersfeld und der Feuerwehr Herleshausen waren ein Lastwagen und ein Auto an dem Unfall, bei dem zwei Personen verletzt wurden, beteiligt. 

Zunächst befuhr ein 35-jähriger Mann aus dem Kreis Herford laut Polizei mit seinem Sattelzug den rechten Fahrstreifen von Herleshausen in Richtung Eisenach. Kurz nach der Anschlussstelle Herleshausen näherte sich von hinten ein Mercedes, besetzt mit einem 54-jährigen Mann aus dem Rhein-Erft-Kreis. Aus bisher unbekannter Ursache geriet der PKW auf den Seitenstreifen und streifte dort an der Leitplanke entlang. Als er in Höhe des Führerhauses des Sattelzuges war, stieß der Mercedes in dessen rechte Seite. "Durch diesen Anstoß verlor der LKW-Fahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug, überquerte alle drei Fahrstreifen und stieß in die Mittelschutzplanke", berichtet Polizeihauptkommissar Jens de Vries. Dort prallte der Laster ab und stieß im Anschluss in die Außenschutzplanke. 

Der nach Polizeiangaben unfallverursachende Mercedes überschlug sich indes, rutschte rund 70 Meter auf dem Dach über die Fahrbahn und kam vor dem Sattelzug zum Stillstand. Beide Fahrer wurden bei dem Unfall schwer verletzt und durch Rettungswagen in nahegelegene Krankenhäuser gebracht.

Der LKW wurde nach Angaben der Feuerwehr so stark beschädigt, dass sein Fahrerhaus nach vorne abkippte. Durch den Unfall überschlug sich das Personenfahrzeug und kam auf dem Dach zum Liegen. Bei dem Unfall sind mehrere Hundert Liter Diesel ausgelaufen, die von der Feuerwehr Herleshausen aufgefangen werden mussten. Hierzu wurde auch die untere Wasserbehörde informiert. “Die Aufräumarbeiten gestalten sich umfangreicher, wir haben große Mengen an Ölbindemittel eingesetzt” berichtete Einsatzleiter Patrick Zeugner, der  das Zusammenspiel alle Kräfte lobte.

Die Einsatzstelle wurde seitens der Feuerwehr gegen 1.10 Uhr an die Autobahnpolizei und die Autobahnmeisterei übergeben. Anschließend musste der LKW noch geborgen und die Fahrbahn professionell mit einem Spezialfahrzeug gereinigt werden. 

Die Autobahn war bis in die frühen Morgenstunden in Fahrtrichtung Eisenach voll gesperrt. Der Verkehr staute sich zwischenzeitlich auf einer Länge von rund drei Kilometern.

Im Einsatz waren 23 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus Herleshausen und Wommen, zwei Rettungswagen, ein Notarztfahrzeug, die Autobahnpolizei Bad Hersfeld sowie die Autobahnmeisterei Hönebach.

Rettungsgasse

Die Straßenmeisterei Hönebach hat Schwierigkeiten, durch die Rettungsgasse zu kommen. Ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr wurde laut Polizei bei der Durchfahrt der Rettungsgasse sogar durch falsch stehende Lastwagen beschädigt.

Wieder einmal bemängeln die Rettungskräfte, dass die Verkehrsteilnehmer keine Rettungsgasse für die Einsatzkräfte freigehalten haben. Ein Einsatzfahrzeug der Feuerwehr wurde bei der Durchfahrt der Rettungsgasse sogar durch falsch stehende Lastwagen beschädigt.

“Von einer Rettungsgasse war wenig zu sehen” berichtete Tobias Hauss von der Feuerwehr Herleshausen am späten Dienstagabend. Gravierend sei hierbei insbesondere, dass eine bereits gebildete Rettungsgasse wieder zugestellt wurde. “Jedes einzelne Einsatzfahrzeug musste sich erneut durch den Rückstau kämpfen.” Diese Situation sorgte bei den Einsatzkräften für ein großes Unverständnis. "Bei einem Unfall kommt es auf jede Minute an", sagt Herleshausens Pressesprecher Mario Missler. Am Unfallort wird schnelle Hilfe benötigt. Deswegen nutzt die Freiwillige Feuerwehr Herleshausen erneut die Möglichkeit und appelliert an die Vernunft der Verkehrsteilnehmer: "Bilden Sie eine Rettungsgasse und halten Sie bei einem Rückstau ausreichend Abstand zu dem vorausfahrenden Fahrzeug!"

Durch eine Videostreife der Autobahnpolizei Bad Hersfeld wurden Rettungsgassenblockierer aufgenommen. "Demnächst werden sieben Verkehrssünder Post von der Bußgeldstelle bekommen", sagt Polizeihauptkommissar Jens de Vries.

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