Verein ist Familiensache

Hartmut Reinemann ist seit 33 Jahren Vorsitzender des TSV Brandenfels-Nesselröden

Pokale, Wappen, Ehrungen: Die Erfolge des TSV Brandenfels-Nesselröden haben einen festen Platz in der Vitrine des Sportlerheims bekommen. Vorsitzender Hartmut Reinemann war beim Bau federführend. Foto: Spanel

Nesselröden. Hartmut Reinemann ist ständig in Bewegung. Stillstand ist keine Option für den 68-jährigen Nesselröder, der seit nunmehr 33 Jahren Vorsitzender des Turn- und Sportvereins Brandenfels-Nesselröden 1906 ist. Die Hingabe, mit der er sich einem der größten Vereine Herleshausens widmet, habe sich seitdem nie verändert, sagt Reinemann. Denn: „Wer rastet, der rostet.“

Die Leidenschaft für den TSV liegt dabei in der Familie. „Mein Großvater August Eisenberg ist einer der Vereinsgründer“, sagt der 68-Jährige mit einem Lächeln. Reinemann selbst kam mit 20 Jahren als Tischtennis-Spieler zum Verein. Bis heute ist er in der zweiten Mannschaft aktiv. Seit Oktober 1981 lenkt er nun selbst die Geschicke des TSV.

Seitdem hat sich die Zahl der Mitglieder beständig erhöht und das Angebot ist vielfältiger geworden. „Der Großteil der 215 TSV-Sportler ist in der Fußball-Sparte organisiert“, weiß Reinemann. Von Bambini- über Jugend- und Seniorenmannschaften sei alles vorhanden. Statt einer mit fünf Mitgliedern gestarteten Tischtennis-Gruppe sei der TSV nun mit drei Seniorengruppen viel besser aufgestellt – eine Jugendgruppe befindet sich im Aufbau. Neben der Damengymnastik-Gruppe werden seit Kurzem auch „Sport für jedermann“ sowie gemeinsame Fahrrad-Touren angeboten.

Als größte Errungenschaft seiner Amtszeit aber bezeichnet Reinemann den Bau des Nesselröder Sportlerheims. Von 2002 bis 2004 verbrachte der inzwischen pensionierte kaufmännische Angestellte jede freie Minute auf der Baustelle. „Vieles haben die Nesselröder in Eigenleistung ge-stemmt“, sagt der Vereinsvorsitzende nicht ohne Stolz. Es wurde mit großem Einsatz selbst gemauert, gestrichen und verlegt.

„In dieser schwierigen Zeit der Planung und Organisation hat mir meine Ehefrau Elfriede den Rücken freigehalten“, sagt Reinemann. Dank diverser Zuschüsse von Land, Gemeinde und Sportbund habe der Bau aber nach zwei Jahren zügig abgeschlossen werden können. Seitdem dient das Sportlerheim einmal im Jahr als Austragungsort des Nesselröder Dorffestes. Preisdoppelkopf-Turniere werden dort ebenso ausgerichtet wie Vorstandssitzungen oder Vereinsfeste.

„Ohne ein engagiertes Team, das ständig neue Ideen entwickelt, wäre das alles nicht möglich“, sagt Reinemann. Um den Überblick zu wahren, haben er und seine Frau Elfriede jeden Vorgang und jeden Briefwechsel rund um den TSV aufgehoben und archiviert.

Einen Ausgleich zu seinen Aufgaben in der Verwaltung findet Reinemann im Sport. In der Woche absolviert er mindestens einen Trainings- und Spieltag im Tischtennis; zusätzlich turnt er und absolviert weite Fahrradtouren. Schließlich will er fit bleiben für weitere Aufgaben: „Im nächsten Jahr finden Vorstandswahlen statt. Und ich kann mir gut vorstellen, noch einmal anzutreten.“

Von Emily Spanel

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