Zu Gast auf Gut Hohenhaus

Akteure des Projekts Dauerwald: Wald in Holzhausen unter Beobachtung

Versammlung auf Gut Hohenhaus: Die Akteure des Projekts Dauerwald. Erster von links: Gastgeber Stephan Boschen, forstlicher Betriebsleiter von Gut Hohenhaus.
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Versammlung auf Gut Hohenhaus: Die Akteure des Projekts Dauerwald. Erster von links: Gastgeber Stephan Boschen, forstlicher Betriebsleiter von Gut Hohenhaus.

Unser Wald gehört zur grünen Lunge des Planeten, den unsere Gesellschaft auch in Zukunft benötigt. Der Klimawandel stellt aber den für uns Menschen so wichtigen Wald vor große Probleme.

Holzhausen - Um das Risiko großflächiger Waldverluste zu verringern, muss er vielfältiger werden. In dieser Woche trafen sich zu diesem Thema rund 30 Waldbesitzer aus ganz Deutschland und Wissenschaftler aus dem Projekt „Dauerwald“ auf Gut Hohenhaus in Holzhausen. „

Unterschiedliche Baumarten mit unterschiedlichen Altern in einem gesunden, intakten Ökosystem – das nennt man Dauerwald, und das sind die besten Voraussetzungen für einen stabilen Wald“, erklärt Hans von der Goltz, Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW).

„Dauerwald ist der Wald, den wir von der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft seit 1950 propagieren, erst mit den beginnenden Waldschäden in den 1880er-Jahren und ganz besonders jetzt im Klimawandel beginnt man, sich für unsere Ideen vermehrt zu interessieren. Aber auch wir müssen gerade jetzt in einer Zeit des klimatischen Wandels unser Wissen und unsere bisher bewährte Waldbaupraxis überprüfen. Daher sind wir sehr glücklich, dass das Europäische Forstinstitut im Rahmen des Projektes drei Marteloskope – das sind digital auswertbare Übungsflächen – eingerichtet hat, wo wir und andere sofort prüfen können, welche ökonomischen und ökologischen Auswirkungen unsere Art der Waldbewirtschaftung hat“.

Der ANW hat ein neues, vom Bundeslandwirtschaftsministerium gefördertes Projekt aufgelegt, in dem die ökonomischen und ökologischen Wirkungen unterschiedlicher Formen der Dauerwaldbewirtschaftung untersucht werden.

Auf bundesweit elf Versuchsflächen soll mit Unterstützung des französischen Partners Association Futaie Irrégulière (AFI) und des Deutschen Büros für Wald- und Umweltplanung Arnsberg herausgefunden werden, was getan werden muss, um das Optimum zwischen ökologischer Stabilität einerseits und Ertrag andererseits nachhaltig zu erreichen. Zwei der elf Flächen, die für das 20-jährige Projekt ausgemessen werden, gehören zum Gut Hohenhaus.

„Wir haben sehr gerne zwei Dauerbeobachtungsflächen und ein Marteloskop, eine Übungsfläche für Waldbesitzer, Studenten und Förster, in unserem Betrieb angelegt, weil wir bei der besorgniserregenden Waldschadenssituation neue Hinweise brauchen“, so Stephan Boschen, forstlicher Betriebsleiter von Gut Hohenhaus. Auf den Projektflächen werden die Bäume beobachtet, wie sie sich entwickeln, daraus sollen bereits nach fünf Jahren erste hilfreiche Informationen entstehen.

„Die Internationalität des Projekts hilft uns, weil andere Länder die klimatischen Bedingungen, die wir in den vergangenen Jahren bekommen haben, länger kennen“, so von der Goltz. (sb)

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