Publikumsinteresse sprengt Saalkapazitäten

Wenn alte Bilder erzählen: Riesiges Interesse an historischen Aufnahmen Herleshausens

Voller Saal: Die Arbeit Klaus Goglers (mit Mikrofon) zog mehr als 150 Herleshäuser in ihren Bann. Foto: ACHIM WILUTZKY

Herleshausen - Alte Bilder erzählen lassen: Das wollte der Werratalverein, Zweigverein Südringgau, nun in einem gleichnamigen Vortrag. Von dem enormen Publikumsinteresse zeigten sich sogar die Organisatoren überrascht. Ein zweiter Termin wird bereits gesucht. 

Alte Bilder können nicht erzählen. Weder in Öl gemalte noch auf Leinen gespannte, nicht einmal Fotografien. Stumme Zeugen sind sie von etwas längst Vergangenem; oft weggepackt in Kisten, vergessen in Alben. Alte Bilder sind angewiesen auf Menschen, die sie ansehen – auf Menschen, die Gesichter auf den Schwarz-Weiß-Fotografien erkennen, auf Menschen, die Erinnerungen verbinden mit der alten Dorfkneipe, die Geschichten zu erzählen wissen auch zu dem längst gefällten Baum an der Straßenecke. Erst dann werden alte Bilder lebendig.

Voller Saal: Die Arbeit Klaus Goglers (mit Mikrofon) zog mehr als 150 Herleshäuser in ihren Bann. Foto: ACHIM WILUTZKY

Welch ein Konzept also, das nun dem Vortrag „Alte Bilder erzählen“ des Werratalvereins, Zweigverein Südringgau, im Zuge der 1000-Jahr-Feier Herleshausens zugrunde lag: Klaus Gogler hatte in ungezählten Stunden Vorbereitung in privaten Herleshäuser Alben und Fotoschachteln gewildert; hatte seltene Bildschätze zutage gefördert und eine Präsentation voller Raritäten erstellt.

Die Essenz des Abends aber waren die Herleshäuser selbst. Sie, welche alte Bilder zum Sprechen brachten und die Originale des Ortes wiedererkannten: Fritz „Papierfritzchen“ Knierim zum Beispiel. Emma Fehr vor dem Backhaus an der Schulstraße. Oder das Geschäft des Schusters Wenk; Letztgenannter bekannt dafür, die Glocken per Hand zu läuten, sobald ein Zug mit Spätheimkehrern in Herleshausen eintraf.

Quer durch die Herleshäuser Jahrhunderte ging es so, voller geistreichem Witz und ab und an schelmischen Kommentaren Klaus Goglers; angereichert mit dem enormen Hintergrundwissen Helmut Schmidts, dem Vorsitzenden des Zweigvereins.

Straßenzüge, exponierte Häuser, zeitgenössische Handwerksszenen, ausgelassene Kirmesfeiern – Herleshäuser Geschichten wahrlich gab es genug zu erzählen. Mehr als 150 Gäste drängten in den kleinen Saal des Herleshäuser Gemeinschaftshauses – so viele, dass der Raum nicht alle Interessierten zu fassen vermochte. „Der Vortrag soll aufgrund des großen Interesses wiederholt werden“, beruhigt Helmut Schmidt. Nach einem Termin im Frühjahr, vermutlich in der zweiten Märzhälfte, wird derzeit gesucht.

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