Gemeinde muss voraussichtlich die Steuern erhöhen

Windkraftverbot stürzt Herleshausen in Finanznot

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Herleshausen. In Herleshausen muss voraussichtlich ab 2016 die Grundsteuer auf bis zu 650 Prozentpunkte erhöht werden, da es definitiv keine Windkraftanlagen in Willershausen und Archfeld geben wird. Das teilte Bürgermeister Burkhard Scheld gegenüber unserer Zeitung mit.

Eine andere Alternative wäre, das Hallenbad in Herleshausen zu schließen und somit Kosten einzusparen. Der Gemeinde Herleshausen fehlen mit dem Wegfall der Windkraftanlagen Pachteinnahmen in Höhe von 50 000 Euro pro Jahr. Bereits im Jahr 2012 wurde der Bau einer Windkraftanlage eingeplant. Daraufhin hat die Stadtwerke-Union Nordhessen (SUN) in Absprache mit dem Regierungspräsidium ein Büro beauftragt, das ein Gutachten erstellte. In dem Gebiet bei Willershausen und Archfeld wurde ein großes Aufkommen von Rotmilanen festgestellt. Bei so einer großen Population von Rotmilanen gäbe es keine Chance, einen Windpark zu errichten, hieß es in dem Gutachten. Auch die SUN sah darin ein zu großes Risiko.

 Nun muss eine Alternative zu den Windkraftanlagen her. Um den Schutzschirmplan einzuhalten, müssen entweder die Grundsteuern A und B deutlich erhöht werden, oder das Hallenbad in Herleshausen muss geschlossen werden. „Wir sind weiterhin bestrebt, auch Einsparungen in anderen Bereichen zu realisieren“, sagte Bürgermeister Scheld.

Die nächste Gemeindevertretersitzung ist für den 2. September geplant. Vorher muss ein ausführlicher Vorschlag erarbeitet werden. Spätestens im Oktober sollte es laut Scheld einen verbindlichen Beschluss geben. Steuererhöhungen würden dann spätestens im Jahr 2016 eintreten, höchstwahrscheinlich aber noch früher.

Von Franziska Kiele

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