Thema Leben schenken aus unserer Schenken-Serie

„Es ist wie ein Wunder“

Dicker Bauch: Dass zwischen dieser Untersuchung und der Geburt nur wenige Stunden liegen, wissen Maria Mench und Hebamme Elke Ebel-Fuchs zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Foto: Weber

Herleshausen/Eschwege. Das schönste Geschenk, das Frauen dieser Welt überhaupt machen können, ist neues Leben. Im Eschweger Krankenhaus wird durchscnittlich jeden Tag ein Kind geboren. Für die Hebammen ist es eine verantwortungsvolle Aufgabe, für die Mütter das größte Glück ihres Lebens.

In 32 Berufsjahren als Hebamme hat Elke Ebel-Fuchs aus Herleshausen bald 3000 Kinder auf die Welt geholt, sogar ihre drei Enkelkinder. „Das war ein sehr ergreifender Moment“, erzählt sie. „Selbst ich, mit meiner Berufserfahrung, war in diesem Augenblick angespannt. Denn jede Geburt ist anders und ein einzigartiges Erlebnis.“

Für Mütter sind Wehen und Geburt zwar mit Schmerzen verbunden. „Doch die Schmerzen vergisst man sehr schnell wieder“, sagt Maria Mench aus Reichensachsen, die kurz vor Weihnachten mit 32 Jahren ihr zweites Kind erwartete, ein Wunschkind. „Was in Erinnerung bleibt, ist vielmehr das große Glück, wenn das Neugeborene das erste Mal mit der Hand nach dem Finger der Mutter greift.“

Das Gefühl der Schwangerschaft, wenn sich das Kind im Bauch zum ersten Mal mit leichten Tritten bemerkbar macht, wünscht sie jeder Frau. „Es ist ein Erlebnis, das man im Grunde nicht mit Worten beschreiben kann. Ein Kind zu bekommen, ist wie ein Wunder“, sagt sie. „Wenn es dann da ist, braucht man erstmal eine Weile, um es überhaupt zu begreifen.“

Im Eschweger Krankenhaus hat sie sich während ihrer Schwangerschaft in die kundigen Hände von Beleghebamme Elke Ebel-Fuchs begeben. 307 Babys haben die acht Hebammen, die die Mütter in Eschwege ab der 36. Schwangerschaftswoche begleiten, in diesem Jahr bereits auf die Welt geholt. Ihr Dienstplan sieht vor, dass der Kreißsaal 24 Stunden am Tag besetzt ist. Denn Neugeborene richten sich nicht nach Uhrzeiten. Die Wehen können zu jeder Tages- und Nachtzeit einsetzen. Der erste Kontakt zwischen den Hebammen und den Müttern wird meistens im Geburtsvorbereitungskurs geschlossen. Es ist eine Vertrauensbeziehung. In den Vorbereitungskursen bietet Elke Ebel-Fuchs etwa Gymnastikübungen, Atemübungen, oder auch Akupunktur an, sie erklärt den Frauen, wie die Geburt funktioniert und was im Kreißsaal passiert. Die meisten Männer begleiten ihre Partnerinnen heutzutage bei der Geburt. Und auch sie wollen wissen, wie sie sich nützlich machen können.

Noch am Montagvormittag ist Maria Mench zum Geburtsvorbereitungstermin im Krankenhaus. Sie hofft, dass ihr Kind nicht genau an Weihnachten zur Welt kommt. „Das ist für das Kind ja auch nicht schön, wenn es nur einmal im Jahr Geschenke bekäme.“ Und als hätte die kleine Marlene den Wunsch ihrer Mutter gehört, beginnen am gleichen Abend schon die Wehen. Nach nur vier Stunden ist es geschafft, und Marlene macht ihren ersten Atemzug. Sie ist putzmunter und gesund. Und ihr fünfjähriger Bruder ist zu Hause schon furchtbar gespannt auf seine kleine Schwester.

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