FWG will umweltschädliche Kunststoffsäcke ersetzen

Hölzel fordert Bio-Tüten für Hundekot

Eschwege. Für den FWG-Fraktionsvorsitzenden Andreas Hölzel ist es ein Beitrag zum Umweltschutz, für den SPD-Stadtverordneten Matthias Wenderoth eine Mogelpackung: Auf Anregung Hölzels prüft der Magistrat der Kreisstadt Eschwege gerade den Umstieg auf Hundekotbeutel aus biologisch abbaubarem Material.

Hölzel: „Wir wollen etwas gegen die Flut der Kunststoffabfälle tun.“ Die Hundekottüten würden überall in der Landschaft herumfliegen. „Es gibt alternative Materialien, die aus Maisstärke hergestellt werden und zu 100 Prozent biologisch abbaubar sind“, sagt Hölzel.

„Stimmt so nicht“, sagt Wenderoth. Der SPD-Abgeordnete, der auch Geschäftsführer des Abfallzweckverbandes ist, wendet ein, dass die Hundekottüten aus Maisstärke nur unter bestimmten Bedingungen komplett abbaubar sind. In der Natur seien die aber nicht gegeben. Nur in einer professionellen Kompostierungsanlage bei Temperaturen von mindestens 60 Grad Celsius und entsprechender Feuchtigkeit zersetze sich das Material komplett. In der Natur sei das nicht möglich. „Die Maisstärketüten fliegen dann genauso in der Natur umher wie jetzt die aus Plastik, weil der Zersetzungsprozess fehlt“, sagt Wenderoth.

Selbst wenn sich das Material aus natürlichen Stoffen nicht unmittelbar zersetze, entgegnet Hölzel, sei ein biologisch abbaubares Produkt allemal besser als ein auf Erdöl basierender Kunststoff. Das bisherige Material würde unendlich lange im Boden oder in Gewässern zurück bleiben und quasi unzerstörbar sein.

Wenderoth argumentiert, dass Hundekot und damit auch die Tüten ohnehin in den Restmüll gehörten. Damit sei die Entsorgung über den nächsten Abfalleimer gewährleistet. „Außerdem kosten die Tüten aus Maisstärke zehnmal so viel wie die aus herkömmlichen“, sagt Wenderoth.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare