Corona im Werra-Meißner-Kreis

Impfzentrum ist startklar: Lieferung des Impfstoffes nach den Feiertagen möglich

Seit einer Woche fertig: Das Technische Hilfswerk zog Zwischenwände in der Sporthalle des Oberstufengymnasiums in Eschwege hoch.
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Seit einer Woche fertig: Das Technische Hilfswerk zog Zwischenwände in der Sporthalle des Oberstufengymnasiums in Eschwege hoch.

Das Coronavirus legt das öffentliche Leben auch im Werra-Meißner-Kreis lahm. Doch nun lassen Meldungen von einem möglichen Impfbeginn aufhorchen. Schon nach den Feiertagen könnte das Impfzentrum in Eschwege seine Arbeit aufnehmen.

Werra-Meißner – Für einen Impfstart direkt nach Weihnachten ist das Impfzentrum in Eschwege vorbereitet, bestätigen Landrat Stefan Reuß und Dr. Peter Schott, Ärztlicher Direktor am Klinikum Werra-Meißner. Dass es am 27. Dezember auch in Deutschland mit den Impfungen losgehen könnte, bestätigte Gesundheitsminister Jens Spahn am Donnerstag.

Den Beginn sieht Schott im Werra-Meißner-Kreis allerdings noch nicht: Er gehe davon aus, dass der Impfstoff „realistisch wahrscheinlich nach den Weihnachtstagen geliefert werden könnte“. Sobald es Impfstoff im Werra-Meißner-Kreis gebe, sei aber die Struktur so aufgebaut, dass das Klinikum Werra-Meißner in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) Eschwege „die im Januar vom Land avisierten Impfdosen“ verimpfen könnte.

Schott, der für die organisatorische, ärztliche Seite und die medizinischen Fachkräfte zuständig ist, sieht die Bereitschaft sowohl im Impfzentrum als auch für die mobilen Impfteams. „Hier haben wir zunächst mehr Personal als Impfstoff“, sagt der Ärztliche Direktor.

Zu Beginn solle jedes Impfzentrum mindestens 975 Impfdosen erhalten, so der Informationsstand von Reuß. Den Termin am 27. Dezember könne er nicht bestätigen. Der Kreisverwaltung läge noch keine amtliche Bestätigung vor. Wie Schott hat auch der Landrat keinen Zweifel daran, dass das Impfzentrum in Eschwege vorbereitet ist und die mobilen Teams einsatzbereit sind.

In den vergangenen Wochen wurde nicht nur die Sporthalle des Oberstufengymnasiums in Eschwege zum Impfzentrum umgebaut, indem Trennwände hochgezogen wurden, um die Halle in kleinere Parzellen einzuteilen. Es wurde auch nach medizinischem Personal gesucht. „Wir haben erfreulich viel Zuspruch auf unsere Aufrufe erhalten“, sagt Reuß.

Dennoch werde noch medizinisches Personal gesucht, so Schott. „In den Folgewochen, wenn die Impfstofflieferungen steigen, werden wir weiteres medizinisches Fachpersonal und Ärzte benötigen, um die Impfkapazitäten zu steigern.“

Wer wird wann geimpft? Und wo erfolgt eine Anmeldung? Fragen und Antworten dazu:

Wer wird zuerst geimpft?

Voraussichtlich werden zuerst Senioren über 80 sowie in Alten- und Pflegeheimen Lebende und Arbeitende geimpft, aber auch medizinisches Personal mit sehr hohem Ansteckungsrisiko könnten bevorzugt geimpft werden. Das empfiehlt zumindest das Robert Koch-Institut (RKI), um die Krankenhäuser zu entlasten. Die Reihenfolge wird heute in einer Corona-Impfverordnung von Gesundheitsminister Jens Spahn in Kraft gesetzt.

Wo erfahre ich, ob und wann ich geimpft werde?

Dazu wird es eine schriftliche Mitteilung geben, die als eine Art Berechtigungsschein fungiere, erklärt Kreissprecher Jörg Klinge. Die Terminvergabe werde dann über eine Hotline und im Internet passieren.

In welchem Zeitraum wird es Termine geben?

Das Impfzentrum soll die komplette Woche geöffnet sein, um möglichst viele Menschen impfen zu können. Das heißt: Montag bis Sonntag in der Zeit von 7 Uhr bis 22 Uhr.

Wo ist das Impfzentrum?

Das Impfzentrum befindet sich in der Sporthalle des Oberstufengymnasiums in Eschwege, Südring 37.

Auf welchen Ablauf im Impfzentrum kann man sich einstellen?

Wer zum Impfen ins Impfzentrum kommt, der wird durch eine „Impfstraße“ geführt. Die ist in vier Bereiche eingeteilt. Zuerst kommt die Anmeldung, wo die Identität des Patienten überprüft wird und die Daten- sowie Patientendokumentation stattfindet. Dann geht es in den Aufklärungsbereich. Hier klärt ein Arzt im Impfgespräch über Risiken und mögliche Nebenwirkungen des Impfstoffes auf. Im Impfbereich wird schließlich in Einzelkabinen die Impfung durchgeführt. Bevor der Patient wieder entlassen wird, kommt er in einen Beobachtungsbereich, in dem medizinisches Fachpersonal bereitsteht.

Ist es im Impfzentrum überhaupt möglich, Abstand zu halten?

Ja, das ist möglich. Um die gebotenen Abstände einzuhalten, gibt es zum einen Einzelkabinen und zum anderen bestehen zwischen den Bereichen großzügige Wartezonen mit Sanitäranlagen.

Was ist, wenn ich nicht mobil genug bin, um ins Impfzentrum zu gelangen?

Für Personen, die nicht mehr in der Lage sind, das Impfzentrum in Eschwege aufzusuchen, wird es ein mobiles Impfteam geben.

Wer zahlt die Impfungen?

Die Kosten für den Impfstoff, der für alle Bürgerinnen und Bürger kostenlos ist, stellt der Bund kostenfrei bereit, teilt das Land Hessen mit.

Kann man sich noch als Helfer bewerben?

Ja, das ist noch möglich. Insbesondere medizinisches Personal wird weiterhin gesucht. Zuständig für die Einteilung ist das Klinikum Werra-Meißner. Bewerbungen können per E-Mail mit dem Betreff „Impfzentrum“ an bewerbung@klinikum-wm.de geschickt werden.  mai

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