200 Besucher bei Gedenkfeier zum Ende des Zweiten Weltkrieges vor 68 Jahren

Absage an den Extremismus

Stilles Gedenken: Pfadfinder tragen den Kranz zum Ehrenmal im Grenzmuseum Schifflersgrund. Links der Staatssekretär im hessischen Innenministerium, Werner Koch. Foto: Cortis

Bad Sooden-Allendorf/Sickenberg. Eine deutliche Absage an jede Form des politischen Extremismus haben sämtliche Redner auf einer Gedenkfeier zum Ende des Zweiten Weltkrieges morgen vor 68 Jahren erteilt.

Zugleich sagten sie ihren entschlossenen Kampf gegen die Verbreitung nationalsozialistischen Gedankengutes an, die zuletzt in Deutschland in einer barbarischen Mordserie gipfelte.

Vor rund 200 Besuchern in der neuen Multifunktionshalle des Grenzmuseums Schifflersgrund erinnerte am Sonntagnachmittag Thüringens Innenminister Jörg Geibert an den 8. Mai 1945, der für den Westen Deutschlands „ein Tag der Erlösung“, für den Ostteil „ein Tag der Ablösung“ gewesen sei, nämlich der Übergang von der Nazi-Diktatur in die Diktatur des SED-Regimes. Mit dem Mauerbau in Berlin und den Selbstschussanlagen an der innerdeutschen Grenze seien Deutschland, Europa und die Welt gespalten worden. Für die Feinde der freiheitlich-rechtlichen Grundordnung dürfe es keine Freiheit geben, forderte der Minister eine wehrhafte Demokratie.

Ohne den 30. Januar 1933, den Tag der Machtergreifung Hitlers, wäre es nicht zum 8. Mai 1945 gekommen, konstatierte der Staatssekretär im hessischen Innenministerium, Werner Koch. Erinnern bedeute auch, Verantwortung zu tragen. Deshalb seien Gedenkstätten wie das Grenzmuseum Schifflersgrund ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Erinnerungs- und Zukunftskultur. Die Achtung der Menschenrechte und der Menschenwürde sei eine bleibende Verpflichtung. Das sei die Lehre des 8. Mai.

Am Beispiel seines Vaters schilderte in bewegenden Worten der polnische Honorarkonsul Hans Hoffmeister die Situation der Väter, die in den Krieg zogen, aber auch, wie die Kinder damit umgingen und welche Fragen sie aufgeworfen hätten, als ihnen nach und nach die Gräueltaten der Nazis bekannt geworden seien.

Wehrhafte Demokratie

Auf die nationalsozialistischen Umtriebe konzentrierte sich auch Landrat Stefan Reuß. Deren Gedankengut dürfe nie wieder auf fruchtbaren Boden fallen. Deswegen müsse vor allem den nachwachsenden Generationen vermittelt werden, was zu leisten sei, um in einer wehrhaften Demokratie zu leben.

Gedenkarbeit und Erinnerungskultur spielten eine wichtige Rolle bei der Erziehung der Jugend zu Toleranz und Rücksichtnahme, erklärte als Vertreter des Russischen Generalkonsulats in Leipzig, Attaché Alexander Nadezhdin. Dem schloss sich Bad Sooden-Allendorfs Bürgermeister Frank Hix an: Die schärfste Waffe zur Verteidigung einer wehrhaften Demokratie sei die Aufklärung der Jugend.

Musikalisch umrahmt wurde die Gedenkfeier durch ein Ensemble des Polizeiorchesters Hannover, Pfadfinder aus Bad Sooden-Allendorf trugen zu Ehren der Opfer von Krieg, Vertreibung und Teilung Deutschlands einen Kranz zum Ehrenmal. (zcc)

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