Kläranlage Witzenhausen produziert Energie – Land und EU fördern Pilotprojekt

Aus Abwasser wird Wärme

Pläne für neue Anlage: Technischer Leiter Manfred Helmer (von links), Geschäftsführer Thomas Meil, Klärmeister Uwe Schinzel und Bürgermeisterin Angela Fischer freuen sich über die EU-Förderung für die Witzenhäuser Wasserver- und -entsorgung. Foto: Michaelis

Witzenhausen. Auf neue Wege bei der Energieerzeugung begibt sich der städtische Eigenbetrieb Witzenhäuser Wasser Ver- und Entsorgung. Aus der Wärme von Abwasser soll in der Kläranlage zwischen Witzenhausen und Ermschwerd künftig Heizenergie produziert werden.

Das Land Hessen und der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) fördert das Pilotprojekt mit knapp 103 000 Euro und deckt die Gesamtkosten von 250 000 Euro somit fast zur Hälfte. Aber auch ohne die Förderung von Land und EU hätte der Eigenbetrieb den Versuch der neuen Energieerzeugung gewagt, sagen Geschäftsführer Thomas Meil und der Technische Leiter Manfred Helmer. Bisher wird die Kläranlage in kalten Wintertagen jedes Jahr mit etwa 25 000 Liter Öl geheizt.

Läuft die neue Anlage, lasse sich dieses Öl und damit auch Kosten einsparen. Nur eine Notreserve Heizöl soll für besonders kalte Phasen noch gehalten werden. „Es hätte sich auch ohne Zuschuss von der EU gerechnet“, sagt Helmer. Aber so gehe es noch schneller. Pilotprojekt wird die Kläranlage Witzenhausen, weil es bisher nur wenige Anlagen zur Abwasser-Wärmenutzung in Nordhessen gebe.

Vorerst wird die produzierte Energie nur zur Erwärmung der Kläranlage selbst genutzt. Aber in anderen Regionen gebe es bereits Versuche, Abwasser schon in den Kanälen für die Wärmeversorgung von Privathaushalten zu nutzen. Meil bezeichnete das als Option, die wirtschaftlich sein könne.

Gebaut werden soll die neue Anlage, deren Herzstück ein Wärmetauscher wird, ab diesem Herbst. Anfang kommenden Jahres könnte sie dann in Betrieb gehen. Helmer nannte das Projekt „einen kleinen Schritt für eine energieautarke Kläranlage“. (clm)

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